Deutsche Tageszeitung - Äthiopische Luftwaffe fliegt erneut Angriffe in Konfliktregion Tigray

Äthiopische Luftwaffe fliegt erneut Angriffe in Konfliktregion Tigray


Äthiopische Luftwaffe fliegt erneut Angriffe in Konfliktregion Tigray
Äthiopische Luftwaffe fliegt erneut Angriffe in Konfliktregion Tigray / Foto: ©

Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche hat die äthiopische Luftwaffe Ziele in den Krisenregion Tigray angegriffen. Wie die Regierung in Addis Abeba mitteilte, wurden am Mittwoch Ziele in der Regionalhauptstadt Mekele und in Agbe bombardiert. Dabei wurden nach Angaben der Rebellenorganisation TPLF und von Ärzten auch Zivilisten verletzt. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich besorgt über die Angriffe.

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Laut der Regierung in Addis Abeba wurden in Mekele Waffenlager der Rebellenorganisation TPLF angegriffen. Nach Angaben eines Bewohners der Stadt wurde eine Industrieanlage zerstört.

Die TPLF sprach im Kurzbotschaftendienst Twitter von einem Angriff auf ein Wohngebiet in Mekele, dabei seien Zivilisten verletzt worden. Aus einem örtlichen Krankenhaus wurden acht Verletzte, darunter eine schwangere Frau, gemeldet.

Erst am Montag hatte die äthiopische Luftwaffe laut Staatsmedien zwei Mal Ziele der Rebellenorganisation in Mekele angegriffen. Nach UN-Angaben wurden dabei mindestens drei Kinder getötet.

Auch nach den Angriffen vom Mittwoch zeigte sich der Sprecher von UN-Generalsekretär Guterres besorgt über die Auswirkungen der Angriffe auf Zivilisten. Alles, was Zivilisten oder deren Infrastruktur in Mitleidenschaft ziehen könne, müsse vermieden werden, sagte Sprecher Farhan Haq.

Die Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed, der vor knapp zwei Wochen eine weitere Amtszeit angetreten hatte, scheint eine neue Offensive gegen die TPLF zu starten. Äthiopische Regierungstruppen hatten im November 2020 die in der Provinz Tigray regierende TPLF angegriffen, nach Regierungsangaben als Reaktion auf Attacken der TPLF auf Armeestellungen.

Fast zwei Millionen Menschen wurden seitdem aus der Krisenregion vertrieben. Es gibt zahlreiche Berichte über Gräueltaten, darunter Massaker und Massenvergewaltigungen.

Nach monatelangen Gefechten mit tausenden Toten hat sich die Gewalt auch auf die Nachbarregionen Afar im Osten und Amhara im Süden ausgedehnt. Im weitgehend abgeschotteten Tigray gibt es infolge des Konflikts zudem eine schwere humanitäre Krise.

Abiy war 2018 mit dem Versprechen einer Demokratisierung ins Amt gekommen. Er löste damals nach jahrelangen Massenprotesten die bis dahin regierende Koalition unter Führung der TPLF ab. Seitdem hat die Partei des Friedensnobelpreisträgers Abiy in mehreren Wahlen große Siege gefeiert. Wahlbeobachter beklagten allerdings wiederholt, dass internationale Standards für faire Wahlen dabei weit unterschritten worden seien.

(A.Nikiforov--DTZ)

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