Deutsche Tageszeitung - Taliban wollen mit Partnern für Sicherheit in der Region sorgen

Taliban wollen mit Partnern für Sicherheit in der Region sorgen


Taliban wollen mit Partnern für Sicherheit in der Region sorgen
Taliban wollen mit Partnern für Sicherheit in der Region sorgen / Foto: ©

Bei einer von Moskau organisierten internationalen Konferenz zur Lage in Afghanistan haben sich die Teilnehmer verpflichtet, gemeinsam mit den Taliban für Sicherheit in der Region zu sorgen. In einer am Mittwoch verabschiedeten gemeinsamen Erklärung forderten die Vertreter von zehn Ländern, darunter China, Pakistan und der Iran, die neue Regierung in Kabul außerdem auf, "eine gemäßigte und solide Innen- und Außenpolitik zu betreiben".

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Die Taliban müssten "eine freundliche Politik gegenüber den Nachbarn Afghanistans verfolgen" und die "Rechte ethnischer Gruppen, Frauen und Kinder respektieren", hieß es in der Erklärung weiter.

Zudem wurde die UNO aufgefordert, "so bald wie möglich" eine Geberkonferenz für Afghanistan zu organisieren. Nötig seien "konsolidierte Anstrengungen, um der afghanischen Bevölkerung beim Wiederaufbau des Landes nach dem Konflikt dringende humanitäre und wirtschaftliche Hilfe zu leisten". Dies richtete sich vor allem an die Staaten, die im August überhastet ihre Truppen aus dem Land zurückgezogen hatten.

Bei der Konferenz hatte der Afghanistan-Beauftragte des Kreml, Samir Kabulow, die neuen Machthaber in Kabul zuvor zur Achtung der Menschenrechte aufgerufen. Nur dann hätten die Taliban eine Chance auf internationale Anerkennung ihrer Regierung.

Die Taliban hätten versichert, "dass sie an der Verbesserung der Regierungsführung und der Menschenrechte arbeiten", fügte Kabulow hinzu. Die internationale Gemeinschaft rief er auf, ihre "Voreingenommenheit" aufzugeben und dem afghanischen Volk mit vereinten Kräften zu helfen. "Nicht jeder mag die neue Regierung in Afghanistan, aber wenn wir die Regierung bestrafen, bestrafen wir das ganze Volk", sagte er.

Der Delegationsleiter der Taliban, Vize-Regierungschef Abdul Salam Hanafi, erklärte, seine Regierung sei bereit, "sämtliche Bedenken der internationalen Gemeinschaft mit aller Klarheit, Transparenz und Offenheit" zu diskutieren. Eine internationale Isolation Afghanistans sei "in niemandes Interesse".

An die internationale Gemeinschaft appellierte Hanafi, Gelder für den Wiederaufbau des Landes zur Verfügung zu stellen. "Wir brauchen keine ausländische Militärhilfe, wir brauchen Unterstützung für den Frieden in Afghanistan, wir brauchen Wiederaufbau und Wiederansiedlung", sagte er.

Zu der Konferenz in Moskau hatte Russland neben den Vertretern der Taliban auch Diplomaten aus mehreren zentralasiatischen Ländern eingeladen. Die US-Regierung hatte eine Teilnahme kurzfristig abgesagt - was Russlands Außenminister Sergej Lawrow während der Konferenz kritisierte.

Den Taliban attestierte Lawrow Bemühungen "um eine Stabilisierung der politisch-militärischen Situation" in Afghanistan. Allerdings verwies er auch auf die "reale Gefahr", dass "die terroristischen Aktivitäten und der Drogenhandel auf die Nachbarstaaten übergreifen".

Bereits in der vergangenen Woche hatte Kreml-Chef Wladimir Putin vor einer Stärkung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan und den Folgen für die angrenzenden Ex-Sowjetrepubliken gewarnt. Laut Putin befinden sich im Norden von Afghanistan etwa 2000 Kämpfer, die dem IS nahestehen und die als Flüchtlinge getarnt in die zentralasiatischen Nachbarländer gelangen könnten.

In Russland sind die Taliban als "Terrororganisation" eingestuft. Dennoch hatte Moskau in den vergangenen Jahren mehrfach Vertreter der Islamisten empfangen. Bislang hat aber auch Russland stets deutlich gemacht, dass es kurzfristig keine offizielle Anerkennung der Taliban-Regierung plant.

Die Taliban bemühen sich seit ihrer Machtübernahme am Hindukusch Mitte August um die internationale Anerkennung ihrer Regierung sowie humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung.

(U.Beriyev--DTZ)

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