Deutsche Tageszeitung - Anhörung gegen Salvini wegen Blockade von Flüchtlingsschiff begonnen

Anhörung gegen Salvini wegen Blockade von Flüchtlingsschiff begonnen


Anhörung gegen Salvini wegen Blockade von Flüchtlingsschiff begonnen
Anhörung gegen Salvini wegen Blockade von Flüchtlingsschiff begonnen / Foto: ©

Im sizilianischen Palermo hat die Anhörung gegen Italiens früheren Innenminister Matteo Salvini wegen seines Umgangs mit Flüchtlingen begonnen. Der 48-Jährige veröffentlichte am Samstag ein Foto aus dem Gerichtssaal bei Twitter und schrieb dazu: "Der von den Linken und den Anhängern der illegalen Einwanderung gewollte Prozess beginnt: Was wird es die italienischen Bürger kosten?" Dem Chef der rechtsradikalen Lega-Partei werden Freiheitsberaubung und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Textgröße ändern:

Bei der Anhörung am Samstag dürfte es in erster Linie um verfahrenstechnische Fragen gehen. Richter Roberto Murgia wollte über die Zulässigkeit der von beiden Seiten beantragten Zeugenlisten entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hatte Italiens früheren Ministerpräsidenten Giuseppe Conte sowie Außenminister Luigi Di Maio als Zeugen gelistet. Auch eine Zeugenaussage von Hollywoodstar Richard Gere ist möglich.

Salvini hatte im August 2019 dem spanischen Rettungsschiff "Open Arms" mit 147 Migranten an Bord sechs Tage lang die Einfahrt in den Hafen von Lampedusa verweigert. Die Migranten konnten das Schiff erst verlassen, nachdem die italienische Staatsanwaltschaft dies angeordnet hatte. Der Lega-Chef verweist darauf, dass die Entscheidung nicht von ihm alleine, sondern von der Regierung getroffen worden sei.

Salvini verteidigte sich zudem damit, dass er Italien mit seiner restriktiven Politik der "geschlossenen Häfen" vor einem Ansturm von Migranten habe schützen wollen. Italiens Senat hatte im vergangenen Jahr Salvinis parlamentarische Immunität aufgehoben und damit den Weg für die Gerichtsverhandlung freigemacht.

Der Gründer und Direktor der spanischen Hilfsorganisation Open Arms, Oscar Camps, wies Salvinis Anschuldigungen zurück, wonach der Prozess politisch motiviert sei. "Die Rettung von Menschen ist kein Verbrechen, sondern eine Pflicht - nicht nur für die Kapitäne, sondern für den gesamten Staat", sagte er vor Journalisten.

Der Prozess gegen Salvini hatte am 15. September in Palermo begonnen und war dann auf den 23. Oktober vertagt worden.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Erdogan reist zu Dreier-Gipfel mit Pakistan nach Saudi-Arabien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reist am Freitag zu Gesprächen mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und dem pakistanischen Regierungschef Shebaz Sharif nach Saudi-Arabien. Bei dem eintägigen Arbeitsbesuch werde Erdogan mit beiden Regierungschefs zusammentreffen, teilte der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidentenamts, Burhanettin Duran, am Donnerstagabend im Onlinedienst X mit. Riad bestätigte ein Gipfeltreffen in Dschiddah am Freitag.

58 Soldaten im Jemen bei Huthi-Angriffen getötet - Regierung kündigt Vergeltung an

Bei Angriffen mit Drohnen und Raketen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf jemenitische Regierungskräfte sind am Donnerstag nach Angaben der Armee mindestens 58 Menschen getötet worden. Dutzende Menschen seien zudem verletzt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Armeekreisen. Es handelt sich um den Angriff mit den meisten Todesopfern seit vier Jahren. Die Huthis reklamierten die Attacke für sich. Die jemenitische Regierung kündigte Vergeltung an.

Jemen: 38 Soldaten bei Huthi-Angriffen getötet - Regierung kündigt Vergeltung an

Bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf jemenitische Regierungskräfte sind am Donnerstag nach Angaben von Medizinern mindestens 38 Soldaten getötet worden. Wie es weiter hieß, wurden mindestens 29 weitere Menschen verletzt. Es handelt sich um den folgenschwersten Angriff mit den meisten Todesopfern seit vier Jahren. Die Huthis reklamierten die Angriffe für sich. Die jemenitische Regierung kündigte Vergeltung an.

Höhere Trassenpreise: Länder drohen mit Klage

Die Verkehrsminister der Länder haben mit einer Klage gegen die neuen Trassenpreise gedroht, sollte der Bund nicht die Mehrkosten für die plötzlich deutlich erhöhte Schienenmaut übernehmen. "Wir senden heute gemeinsam ein Signal der Geschlossenheit: Die massiven Trassenpreissteigerungen sind so nicht akzeptabel", erklärte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter nach einer digitalen Verkehrsministerkonferenz. "Da der Bund bisher nicht bereit ist, die Mehrkosten auszugleichen, sind die Länder bei weiterer Weigerung des Bundes gezwungen zu klagen."

Textgröße ändern: