Deutsche Tageszeitung - Mann von britisch-iranischer Staatsbürgerin Zaghari-Ratcliffe tritt in Hungerstreik

Mann von britisch-iranischer Staatsbürgerin Zaghari-Ratcliffe tritt in Hungerstreik


Mann von britisch-iranischer Staatsbürgerin Zaghari-Ratcliffe tritt in Hungerstreik
Mann von britisch-iranischer Staatsbürgerin Zaghari-Ratcliffe tritt in Hungerstreik / Foto: ©

Der Ehemann der im Iran festgehaltenen britisch-iranischen Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist am Sonntag vor dem britischen Außenministerium in einen Hungerstreik getreten. Er wolle damit Premierminister Boris Johnson und seine Regierung dazu zwingen, "Verantwortung" für das Schicksal seiner Frau zu übernehmen, erklärte Richard Ratcliffe. Zaghari-Ratcliffe war im Iran vor einer Woche mit der Berufung gegen ein zweites Urteil gescheitert.

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Ratcliffe, der bereits 2018 schon einmal in einen Hungerstreik getreten war, wollte die Nacht in einem Zelt vor dem Außenministerium verbringen. Er warf der Regierung vor, seine Frau und die Familie "im Stich gelassen" zu haben.

"Es wird immer deutlicher, dass Nazanins Fall schon vor vielen Monaten hätte gelöst werden können, wenn nicht andere diplomatische Agenden im Vordergrund gestanden hätten", klagte Ratcliffe. Johnson müsse "die Verantwortung dafür übernehmen".

Der Fall Zaghari-Ratcliffe belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Iran und Großbritannien seit Jahren. Die heute 43-jährige Projektmanagerin war 2016 während eines Urlaubs im Iran festgenommen worden. Die iranischen Behörden warfen ihr vor, sieben Jahre zuvor an Protesten gegen die Regierung teilgenommen zu haben. Ein Gericht verurteilte sie wegen Verschwörung zum Umsturz zu fünf Jahren Haft.

Zaghari-Ratcliffe hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie arbeitete damals als Projektmanagerin für die Thomson Reuters Stiftung.

Vor einer Woche verlor sie ihre Berufung gegen ein Urteil aus dem April, bei dem sie wegen Propaganda-Vorwürfen schuldig gesprochen und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt sowie zusätzlich mit einer einjährigen Ausreisesperre belegt worden war. Derzeit ist noch unklar, wann Zaghari-Ratcliffe wieder inhaftiert wird. Der zweite Prozess hatte nur eine Woche nach dem Ende ihrer fünfjährigen Haftstrafe begonnen.

(M.Dylatov--DTZ)

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