Deutsche Tageszeitung - Regierung rät angesichts steigender Infektionszahlen zu Auffrischungsimpfung

Regierung rät angesichts steigender Infektionszahlen zu Auffrischungsimpfung


Regierung rät angesichts steigender Infektionszahlen zu Auffrischungsimpfung
Regierung rät angesichts steigender Infektionszahlen zu Auffrischungsimpfung / Foto: ©

Angesichts der stetig steigenden Zahl von Corona-Infektionen hat die Bundesregierung Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen aufgefordert, das Angebot einer Auffrischungsimpfung wahrzunehmen. Die Impfung sei "unser bester Schutz (...), gut durch Herbst und Winter zu kommen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnte vor stark steigenden Corona-Infektionszahlen bei Kindern.

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Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen war zuletzt auf 110,1 Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagmorgen wurden 6573 Neuinfektionen registriert, deren Zahl am Wochenende üblicherweise niedriger ist als während der Woche. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 17 auf insgesamt 95.117.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Anfang Oktober Auffrischungsimpfungen für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Zudem soll Bewohnern und Bewohnerinnen von Altenheimen sowie Pflegepersonal eine dritte Impfdosis angeboten werden. Gleiches gilt für das Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt sowie für Menschen mit Störungen des Immunsystems.

Seibert verwies darauf, dass es auch bei den Krankenhausaufnahmen wegen Corona "eine deutlich steigende Tendenz" gebe. Es gebe laut RKI auch wieder vermehrt Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen. Das RKI rechne insgesamt weiter mit zunehmenden Fallzahlen, weil es noch immer viele Ungeimpfte gebe, es im Herbst und Winter zu mehr Kontakten in Innenräume komme und es während der Herbstferien eine verstärkte Reisetätigkeit gegeben habe.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite Ende November auslaufen zu lassen. Sie ist Grundlage für viele Corona-Schutzmaßnahmen von Bund und Ländern. Die Konferenz der Ministerpräsidenten hatte aber vergangene Woche gefordert, dass es weiter bundesweit einheitliche Regeln für die Pandemiebekämpfung geben müsse.

Ein Sprecher Spahns verwies darauf, dass die Lage aktuell anders als im Vorjahr sei. "Wir erleben gerade eine Pandemie der Ungeimpften", sagte er. Betroffen seien insbesondere Jüngere und Kinder. "Aber wer sich trotz Impfung ansteckt, wird zumeist nicht schwer krank."

Spahn habe außerdem darauf verwiesen, dass nun die Fraktionen im Bundestag am Zug seien, um zu entscheiden, ob die epidemische Lage nochmals verlängert werde oder nicht. Klar sei aber, dass auch bei ihrem Auslaufen weiter die 3-G-Regeln und die AHA-Maßnahmen gelten müssten.

Angesichts seiner Vorbildfunkion für "Millionen" hoffte Seibert, dass sich Bayern-Profi Joshua Kimmich doch noch gegen das Coronavirus impfen lässt. Es gebe "klare und überzeugende Antworten von nationalen und internationalen Experten" für Menschen, die Bedenken wegen der Impfung hätten, sagte Seibert. Kimmich hatte am Samstag bestätigt, dass er noch nicht geimpft ist. Als Grund nannte der Fußballer Bedenken, "gerade was fehlende Langzeitstudien angeht".

Lauterbach lenkte derweil den Blick auf die Schulen. "Wir werden nach den Herbstferien deutlich mehr Ausbrüche in den Schulen erleben, weil die Kinder nicht mehr lange lüften können", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er forderte eine bundesweit einheitliche Test-Strategie an Schulen. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, kritisierte, dass viele Schulen immer noch nicht mit Luftfiltern ausgestattet seien.

(U.Beriyev--DTZ)

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