Deutsche Tageszeitung - Bericht: Britische Geheimdienste schließen Vertrag mit Amazon-Clouddienst AWS

Bericht: Britische Geheimdienste schließen Vertrag mit Amazon-Clouddienst AWS


Bericht: Britische Geheimdienste schließen Vertrag mit Amazon-Clouddienst AWS
Bericht: Britische Geheimdienste schließen Vertrag mit Amazon-Clouddienst AWS / Foto: ©

Die britischen Geheimdienste haben einem Medienbericht zufolge einen Vertrag mit dem Amazon-Cloudanbieter Amazon Web Services (AWS) abgeschlossen. Wie die "Financial Times" am Dienstag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise berichtete, geht es dabei um die Speicherung vertraulicher Daten.

Textgröße ändern:

Ziel sei es, die Datenanalyse und künstliche Intelligenz für die Spionage der Geheimdienste GCHQ, MI5 und MI6 sowie für andere Regierungszweige verstärkt nutzbar zu machen, berichtete die "FT". Dem Bericht zufolge liegt der Vertragswert zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Pfund über die nächsten zehn Jahre.

In dem Deal federführend ist demnach die Cybersicherheitsbehörde GCHQ. Diese habe einen britischen Cloudanbieter finden wollen, sei aber zu dem Schluss gekommen, dass keiner von ihnen vergleichbare Fähigkeiten wie AWS vorzuweisen habe. Die Zusammenarbeit werde es den britischen Geheimdiensten ermöglichen, "aus riesigen Datenmengen binnen Minuten Informationen zu erhalten und nicht erst in Wochen oder Monaten", sagte der Ex-Chef des Nationalen Cybersicherheitszentrums des GCHQ, Ciaran Martin, der "FT".

Die Daten sollen dem Bericht zufolge ausschließlich in Großbritannien gespeichert sein. Amazon habe darauf keinen Zugriff, hieß es. Dennoch dürfte die Kooperation die Debatte über die Souveränität Großbritanniens über seine strategisch wichtigen Industriezweige neu entfachen.

Die britische Regierung hatte zuvor den chinesischen Kommunikationsanbieter Huawei von seinem 5G-Netz ausgeschlossen. Derzeit soll es Pläne geben, den chinesischen Betreiber CGN vom geplanten Atomkraftwerk Sizewell C auszuschließen.

2013 hatte bereits der US-Geheimdienst CIA einen Clouddaten-Deal mit AWS abgeschlossen.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Bericht: Trump lehnt Irans Hormus-Vorschlag ab - erneute Huthi-Angriffe

Der Iran hat seinen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt - US-Präsident Donald Trump hat ihn einem Bericht zufolge jedoch abgelehnt. Wie das "Wall Street Journal" am Freitag (Ortszeit) berichtete, bezweifelt Trump, dass Teheran die von Washington gestellten Bedingungen erfüllen wird. Zugleich meldete Saudi-Arabien neue Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz: Zwei auf die Hauptstadtregion Riad zufliegende Drohnen und eine ballistische Rakete seien abgefangen worden.

Lula verbietet Online-Wettplattformen neun Tage vor Präsidentenwahl

Neun Tage vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva Online-Wettplattformen verboten. Der linksgerichtete Lula erließ am Freitag eine entsprechende vorläufige Maßnahme, die sofort in Kraft trat, aber noch vom Parlament gebilligt werden muss. Ab dem 6. Oktober soll es nach Regierungsangaben in Brasilien weder legale Wett-Websites oder -Apps noch Sponsoring durch Sportwettenanbieter geben.

Papst Leo XIV. feiert am Samstag riesige Messe in Paris

Am zweiten Tag seines Frankreich-Besuchs will Papst Leo XIV. am Samstag eine riesige Messe auf der Place de la Concorde in Paris feiern (15.00 Uhr). Die erwarteten 600.000 Teilnehmer werden sich von dem Platz über die gesamte Länge des Prachtboulevards Champs-Elysées und über den Triumphbogen hinaus verteilen. Dort wo der Altar unter einem Zelt aufgebaut ist, nimmt üblicherweise der französische Präsident die Militärparade am Nationalfeiertag ab.

Wadephul hält Rede bei UN-Generaldebatte in New York

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hält am Samstag eine Rede bei der UN-Generaldebatte in New York. Wadephul tritt nach Angaben des Auswärtigen Amts in der ersten Tageshälfte vor die Delegierten in New York. Der Außenminister vertritt wie schon im Vorjahr Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Merz steht wegen des schlechten Abschneidens seiner Partei bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin innenpolitisch unter großem Druck und war deshalb nicht nach New York gereist.

Textgröße ändern: