Deutsche Tageszeitung - Corona-Impfungen für unter Zwölfjährige rücken in den USA näher

Corona-Impfungen für unter Zwölfjährige rücken in den USA näher


Corona-Impfungen für unter Zwölfjährige rücken in den USA näher
Corona-Impfungen für unter Zwölfjährige rücken in den USA näher / Foto: ©

In den USA rücken Corona-Impfungen für Kinder ab fünf Jahren näher. Der Impfausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl am Dienstag, dem Vakzin von Biontech/Pfizer eine Notfallzulassung für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu erteilen. Die FDA-Experten halten den Nutzen einer Impfung bei dieser Altersgruppe für deutlich höher als mögliche Risiken. Biontech/Pfizer haben auch in der EU eine Zulassung ihres Impfstoffes für Fünf- bis Elfjährige beantragt.

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Der FDA-Impfausschuss hob hervor, dass das Coronavirus auch für kleinere Kinder gefährlich sei. Sie würden "alles andere als von Covid-19 verschont", sagte der FDA-Wissenschaftler Peter Marks. In dieser Altersgruppe seien in den USA 1,9 Millionen Corona-Infektionen, mehr als 8300 Krankenhauseinweisungen - mit einer Behandlung auf der Intensivstation in einem Drittel der Fälle - und rund hundert Todesfälle registriert worden.

"Für mich ist es ziemlich klar, dass die Vorteile das Risiko überwiegen, wenn ich von Kindern höre, die auf die Intensivstation müssen, die Langzeitfolgen nach Covid haben, und die sterben", sagte Amanda Cohn von der US-Gesundheitsbehörde CDC. Sie und 16 weitere Mitglieder des Expertengremiums stimmten für eine Notfallzulassung des Impfstoffes für Fünf- bis Elfjährige. Es gab eine Enthaltung.

Über die offizielle Zulassung muss nun die FDA entscheiden. Die Arzneimittelbehörde folgt in aller Regel den Empfehlungen des Expertengremiums. Dann muss die Gesundheitsbehörde CDC noch eine entsprechende Impfempfehlung aussprechen. Ein dort angesiedeltes Expertengremium wird die Frage am 2. und 3. November prüfen.

Die US-Regierung hofft, bald darauf mit einer großangelegten Impfkampagne für die rund 28 Millionen Fünf- bis Elfjährigen im Land beginnen zu können. Kinder dieser Altersgruppe sollen zwei Impfdosen mit einer Dosierung von jeweils zehn Mikrogramm erhalten. Die sonst übliche Dosierung beträgt jeweils 30 Mikrogramm. Laut Pfizer beträgt der Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung durch die Impfung bei Fünf- bis Elfjährigen 90,7 Prozent.

Der Impfstoff hat in den USA bislang eine Notfallzulassung ab einem Alter von zwölf Jahren und eine vollständige Zulassung ab 16 Jahren. In der EU ist der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer bislang bedingt für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen.

In Deutschland äußerte sich der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, zurückhaltend zu Corona-Impfungen von Kindern schon ab fünf Jahren. Die Covid-19-Krankheitslast bei Kindern sei in den USA "offenbar höher als in Deutschland", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Die Daten aus der Impfstoff-Zulassungsstudie für die Fünf- bis Elfjährigen, die bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht wurden, stünden seit Dienstag auch dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Stiko zur Verfügung - "und müssen ausgewertet werden, sagte der Stiko-Chef.

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, sagte: "Ich würde es sehr begrüßen, wenn es einen sicheren Impfstoff für Kinder gibt." Dies müssten aber fachliche Experten wie etwa die Stiko-Wissenschaftler bewerten - und zwar unabhängig, betonte Hilgers in den Blättern des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Von Seiten der Politik sollte kein Druck ausgeübt werden."

Der Apothekerverband Nordrhein erwartet jedoch, dass die Stiko eine Corona-Impfung nur für vorerkrankte Kinder unter zwölf Jahren empfehlen wird. "Ich gehe nicht von einer generellen Impfempfehlung der Stiko und auch nicht der Politik aus", sagte Verbandschef Thomas Preis der "Rheinischen Post". Gegen Masern, Mumps und Röteln werde aus gutem Grund zwar jedes Kind geimpft. Doch Coronavirus-Infektionen verursachten bei kleinen Kindern "nicht so schwerwiegende Komplikationen, wie wir es von den typischen Kinderkrankheiten kennen".

(U.Stolizkaya--DTZ)

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