Deutsche Tageszeitung - Staats- und Regierungschefs der G20 nehmen Beratungen in Rom auf

Staats- und Regierungschefs der G20 nehmen Beratungen in Rom auf


Staats- und Regierungschefs der G20 nehmen Beratungen in Rom auf
Staats- und Regierungschefs der G20 nehmen Beratungen in Rom auf / Foto: ©

Die Staats- und Regierungschefs der G20-Gruppe sind am Samstag in Rom zu einem zweitägigen Gipfel zusammengekommen. Thematisch sollten am ersten Tag die Corona-Pandemie und die Lage der Weltwirtschaft im Mittelpunkt stehen. Dabei dürfte es insbesondere um die Frage gehen, wie die Menschen in den ärmeren Ländern der Welt mit ausreichend Corona-Impfstoff versorgt werden können. Die Arbeitssitzungen am Sonntag sind dann den Themen Klimaschutz und Entwicklungspolitik gewidmet.

Textgröße ändern:

Es ist das erste Präsenztreffen der G20-Spitzen seit mehr als zwei Jahren. Die Präsidenten Chinas und Russlands werden allerdings nur per Videoschaltung teilnehmen. Die Bundesregierung wird in Rom von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vertreten.

Die Kanzlerin hat ihren wahrscheinlichen Nachfolger eingeladen, an ihren bilateralen Treffen mit anderen Staats- und Regierungschefs teilzunehmen. Geplant ist für den Nachmittag unter anderem eine Begegnung mit US-Präsident Joe Biden. Zudem sind Begegnungen mit den Staats- und Regierungschefs von Indien, Singapur, Argentinien und Südkorea vorgesehen.

In der internationalen Klimadiplomatie kommt dem G20-Gipfel eine Signalwirkung kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz in Glasgow zu. Gipfelgastgeber Mario Draghi, der Ministerpräsident Italiens, will erreichen, dass sich die G20-Gruppe als Ganzes zum 1,5-Grad-Ziel bekennt.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte die G20-Chefs am Freitag dazu aufgerufen, "mehr Ehrgeiz und mehr Tatkraft" in der Klimapolitik zu zeigen. "Wir können die Dinge noch auf den Weg bringen, und das G20-Treffen ist eine gute Gelegenheit, dies zu tun."

Der Gipfel findet unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 5000 Polizisten und Soldaten waren im Einsatz, über dem Tagungsgelände in Rom kreisten Hubschrauber. Erst vor kurzem hatte es in Rom gewaltsame Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gegeben, die gegen die strengen Corona-Auflagen am Arbeitsplatz protestierten.

Der G20 gehören die 19 wirtschaftsstärksten Länder aus allen Weltregionen sowie die EU an. Die G20-Runde gibt es bereits seit 1999. Sie wurde damals als Reaktion auf die Asien-Finanzkrise zunächst auf Ebene der Finanzminister eingerichtet.

Infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise wurde die Gruppe 2008 aufgewertet: Erstmals kamen nun die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer zu einem Gipfel zusammen - in Washington. Seitdem treffen sich die G20-Chefs in der Regel einmal im Jahr. Die G20 versteht sich als "oberstes Forum für unsere internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit".

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Steinmeier-Nachfolge: Özdemir spricht sich für eine Frau aus

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat sich für eine Frau als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. "Nach zwölf Männern im Amt des Bundespräsidenten fände ich es ein starkes und wichtiges Zeichen, wenn Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin bekäme", sagte Özdemir den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). "Es gibt in unserem Land so viele herausragende Frauen, die die Erfahrung, die Autorität und die verbindende Kraft für dieses Amt mitbringen."

US-Kriegsschiffe der neuen "Trump"-Klasse könnten 275 Milliarden Dollar kosten

Die von US-Präsident Donald Trump geplanten und nach ihm benannten neuen Kriegsschiffe für die Armee könnten 275 Milliarden Dollar (rund 238 Milliarden Euro) kosten. Das teilte die Behörde CBO am Mittwoch mit, die den US-Kongress in Haushalts- und Wirtschaftsfragen berät. Die Schiffe der "Trump"-Klasse wären somit die teuersten US-Kriegsschiffe aller Zeiten.

Dobrindt: Drohnen-Vorfall in Leipzig ist "neue Gefahrenqualität"

Der Fund einer Drohne mit mutmaßlicher Sprengvorrichtung am Leipziger Flughafen stellt nach den Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "eine neue Gefahrenqualität" dar. Es sei seine Einschätzung, "dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben", sagte Dobrindt am Mittwochabend am Flughafen Leipzig/Halle. Dass eine Drohne "bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario".

Netanjahu stellt sich gegen US-Plan zum Gazastreifen - Armeechef: Gehen "proaktiv" vor

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat sich gegen den Plan von US-Präsident Donald Trump zur Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen gestellt. "Wir haben nicht zugestimmt, es ist nicht unser Entwurf", sagte Netanjahu in einem in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Online-Video. Israels Armeechef Ejal Samir bekräftigte, dass die Streitkräfte des Landes weiterhin "proaktiv" im Gazastreifen vorgehen würden. Die Verantwortlichen für den Hamas-Großangriff vom 7. Oktober 2023 würden "weiter aufgespürt".

Textgröße ändern: