Deutsche Tageszeitung - Iran hat Bestand an angereichertem Uran fast verdoppelt

Iran hat Bestand an angereichertem Uran fast verdoppelt


Iran hat Bestand an angereichertem Uran fast verdoppelt
Iran hat Bestand an angereichertem Uran fast verdoppelt / Foto: ©

Der Iran setzt die Anreicherung von Uran unvermindert fort und hat seine Bestände binnen eines Monats nach eigenen Angaben fast verdoppelt. "Wir haben mehr als 210 Kilogramm Uran, das auf 20 Prozent angereichert ist", sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi, der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. 25 Kilogramm Uran seien auf 60 Prozent angereichert worden. Am 10. Oktober hatte der Iran mitgeteilt, dass er im Besitz von 120 Kilogramm Uran sei, das auf 20 Prozent angereichert wurde.

Textgröße ändern:

Laut dem internationalen Atomabkommen von 2015 sollte der Iran eigentlich kein Uran über die Schwelle von 3,67 Prozent anreichern. Im Gegenzug sollten einige Sanktionen gegen das international isolierte Land aufgehoben werden.

Doch seit dem Austritt der USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump 2018 hat auch Teheran nach und nach seine Zusagen aufgegeben. Im April begann der Iran mit der Anreicherung von Uran auf 60 Prozent. Für den Einsatz in einer Atomwaffe ist eine Anreicherung auf über 90 Prozent notwendig.

Das Atomabkommen soll den Iran am Bau einer Atombombe hindern. Die Verhandlungen über eine Wiederbelebung der Vereinbarung sollen nach fünfmonatiger Unterbrechung am 29. November in Wien wieder aufgenommen werden. Dabei werden sich Diplomaten aus Deutschland, Frankreich, China, Russland und Großbritannien mit iranischen Vertretern treffen. Ziel ist es, die USA wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die EU fungiert in dem Konflikt als Vermittler zwischen dem Iran und den USA. Teheran weigert sich bislang, direkt mit US-Vertretern zu verhandeln.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Nach Zwangsräumung von Wohnung einer 87-Jährigen: Protestcamp in Madrid errichtet

Die Zwangsräumung der Wohnung einer 87-jährigen Frau in Madrid hat in der spanischen Hauptstadt scharfe Proteste ausgelöst. Nachdem zehntausende Demonstranten am Samstagabend durch die Stadt gezogen waren, errichteten hunderte Aktivisten in der Nacht zum Sonntag ein Protestcamp auf dem zentralen Platz Puerta del Sol und verbrachten dort die Nacht. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, hatten die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht.

Erste Begegnung seit Kriegsbeginn: Wadephul trifft russischen Außenminister in New York

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat zum ersten Mal seit Beginn des Ukraine-Krieges den russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen - eine Annäherung gab es aber nicht. Bei dem Gespräch am Rande der UN-Generaldebatte in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Wadephul nach dem Treffen am Samstag. Lawrow griff Deutschland und Europa in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung anschließend scharf an.

"Keine anderen Pläne": Ministerpräsident Wüst will in Nordrhein-Westfalen bleiben

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat nach eigenen Angaben keine Ambitionen für einen Wechsel in die Bundespolitik. Er trete bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im kommenden Jahr für die volle fünfjährige Legislaturperiode an, sagte Wüst am Sonntag dem Deutschlandfunk. "Ich trete an für fünf Jahre. Ich habe keine anderen Pläne." Zugleich sprach er sich generell gegen etwaige Umbildungen in der unionsgeführten Bundesregierung aus. "Das wäre eine Scheinantwort."

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden am Sonntag (08.00 Uhr) Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In der Landeshauptstadt Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl zum Präsidenten der Region Hannover treffen SPD-Bewerberin Eva Bender und CDU-Kandidat Oliver Junk aufeinander. Onay und Bender siegten in der ersten Runde jeweils klar, verpassten aber absolute Mehrheiten.

Textgröße ändern: