Deutsche Tageszeitung - Rebellen-Allianz in Äthiopien will Regierung in Addis Abeba stürzen

Rebellen-Allianz in Äthiopien will Regierung in Addis Abeba stürzen


Rebellen-Allianz in Äthiopien will Regierung in Addis Abeba stürzen
Rebellen-Allianz in Äthiopien will Regierung in Addis Abeba stürzen / Foto: ©

Neun äthiopische Rebellengruppen haben sich zusammengeschlossen, um die Regierung in Addis Abeba zu stürzen. Ziel sei es, "die schädlichen Auswirkungen der Herrschaft von (Ministerpräsident) Abiy Ahmed auf die Menschen in Äthiopien rückgängig zu machen", erklärte das neue Bündnis am Freitag. Demnach gehört der Allianz auch die TPLF aus der Unruheregion Tigray an, die bereits seit einem Jahr gegen die Regierungstruppen kämpft.

Textgröße ändern:

Auch die mit der TPLF verbündete Oromo Befreiungsfront (OLA) ist demnach Teil der neu gegründeten Vereinigten Front der äthiopischen föderalistischen und konföderalistischen Kräfte. Die anderen sieben Gruppierungen sind weniger bekannt. Es handelt sich um Organisationen aus verschiedenen Regionen und Volksgruppen des Landes.

"Wenn sie wirklich ernsthaft gegen die Regierung zu den Waffen greifen wollen, könnte dies ein echtes Problem sein", sagte ein mit Sicherheitsthemen befasster Diplomat mit Blick auf die kleineren Organisationen der Nachrichtenagentur AFP. Allerdings kenne er die meisten der anderen Gruppierungen nicht: "Ich weiß nicht, wie viele Leute sie haben, welche Ressourcen sie haben."

Abiys Regierung steht wegen des Vormarschs der TPLF stark unter Druck. Am Mittwoch hatten die Rebellen angegeben, die 325 Kilometer nordöstlich von Addis Abeba gelegene Stadt Kemissie in der Region Amhara erreicht zu haben. Die OLA kündigte an, die Einnahme der Hauptstadt sei eine Frage von Monaten oder Wochen.

Der Konflikt hatte vor einem Jahr mit einer Offensive der Regierungstruppen gegen die in Tigray regierende TPLF begonnen. Nach ersten militärischen Erfolgen für Abiy wendete sich das Blatt. Durch eine Gegenoffensive der TPLF rückten die Rebellen auch tief in Tigrays Nachbarregion Afar und vor allem Amhara vor.

Die Regierung dementiert bislang die militärischen Erfolge der Rebellen. Laut ihrer Darstellung war die TPLF zuletzt "eingekreist" und stand kurz vor einer Niederlage. Dennoch gilt seit dieser Woche ein Ausnahmezustand, der es den Behörden erlaubt, Bürger im wehrfähigen Alter zum Militärdienst einzuberufen. Am Freitag rief das Verteidigungsministerium Veteranen dazu auf, sich wieder bei den Streitkräften zu melden.

Das neue Bündnis könnte ein Versuch der TPLF sein, zu zeigen, dass sie in ganz Äthiopien eine breite Unterstützung hat.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Ceuta: CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann schließt hybriden Angriff auf EU nicht aus

Nach dem Massenandrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta schließt der CDU-Geheimdienstexperte Marc Henrichmann einen hybriden Angriff auf die EU als Ursache für das Geschehen nicht aus. Es gebe mehrere mögliche Szenarien, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag zur Beaufsichtigung der Geheimdienste dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben). Eine Möglichkeit sei ein hybrider Angriff auf die Europäische Union.

Unions-Fraktionschef Frei: Kein Verhandlungsspielraum bei geplanter Abschaffung von Rente mit 63

Unions-Fraktionschef Thorsten Frei hat Forderungen nach Änderungen an der Rentenreform zurückgewiesen. Bei der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 sehe er keinen Verhandlungsspielraum, sagte Frei am Montag dem Fernsehsender Welt. Ansonsten könnte das gesamte Reformpaket der Alterssicherungskommission scheitern. "Ich sehe auch nicht, dass wir klüger sein sollten als die Wissenschaftler und Politiker, die in der Alterssicherungskommission mitgearbeitet haben", fuhr Frei fort.

Selenskyj entlässt ukrainische Botschafterin in den USA

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Montag die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, entlassen. Stefanischyna erklärte, sie habe um ihre Entlassung gebeten. Stefanischyna war früher Justizministerin der Ukraine und im Juli vergangenen Jahres zur Botschafterin ernannt worden. Zunächst war unklar, wer nun auf Stefanischyna folgt.

Trump: Gespräche mit dem Iran finden derzeit statt

Die Verhandlungen der Vereinigten Staaten mit dem Iran haben nach den Worten von US-Präsident Donald Trump begonnen. Die Gespräche "laufen gerade", sagte Trump am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. Die Gespräche fänden auf Wunsch des Iran und mit "Unterstützung" Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars statt. Dies sei "die letzte Chance" für den Iran, ein gutes Abkommen zu erreichen, fuhr der US-Präsident fort.

Textgröße ändern: