Deutsche Tageszeitung - USA nehmen mit Trauergottesdienst Abschied von Colin Powell

USA nehmen mit Trauergottesdienst Abschied von Colin Powell


USA nehmen mit Trauergottesdienst Abschied von Colin Powell
USA nehmen mit Trauergottesdienst Abschied von Colin Powell / Foto: ©

Mit einem Trauergottesdienst in der Hauptstadt Washington haben die USA Abschied vom verstorbenen früheren Außenminister Colin Powell genommen. An der Zeremonie in der Washington National Cathedral nahmen am Freitag unter anderem Präsident Joe Biden und seine Vorgänger Barack Obama und George W. Bush teil. Eingeladen waren auch die früheren Außenministerinnen Madeleine Albright, Condoleezza Rice und Hillary Clinton sowie ranghohe Militärs wie Generalstabschef Mark Milley.

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"Heute schmerzt mein Herz, weil wir einen Freund verloren haben und unser Land einen seiner großartigsten und loyalsten Soldaten", sagte Albright in einer Rede über den früheren Vier-Sterne-General. "Doch selbst während wir das Ausmaß unseres Verlusts betrachten, können wir fast eine wohlbekannte Stimme hören, die uns auffordert, nein: uns befiehlt, nicht mehr traurig zu sein, unseren Blick wieder von der Vergangenheit auf die Zukunft zu richten, und uns wieder um die Angelegenheiten des Landes zu kümmern und das Beste aus unserem Leben zu machen."

Der über die Parteigrenzen hinweg respektierte Powell war am 18. Oktober im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. Er war unter dem Republikaner Bush von 2001 bis 2005 der erste schwarze Außenminister der US-Geschichte.

Überschattet wurde seine Amtszeit durch einen Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat 2003, wo er zur Rechtfertigung für einen US-Einmarsch im Irak vermeintliche Belege für Massenvernichtungswaffen präsentierte. Später wurde klar, dass der damalige irakische Diktator Saddam Hussein über keine Massenvernichtungswaffen verfügte. Den Auftritt bezeichnete Powell später selbst als "Schandfleck" in seinem Lebenslauf.

Vor seiner Zeit als Außenminister hatte der 1937 in New York als Sohn jamaikanischer Einwanderer zur Welt gekommene Powell eine erfolgreiche Militärkarriere hingelegt und es bis zum Vier-Sterne-General geschafft. 1987 wurde Powell unter Präsident Ronald Reagan als erster Schwarzer Nationaler Sicherheitsberater.

Zwei Jahre später machte Reagans Nachfolger George Bush den hochdekorierten General als ersten Afroamerikaner zum Generalstabschef der US-Streitkräfte. Für viele wurde er das Gesicht des Golfkriegs 1991 - und so populär, dass er sogar als möglicher Präsidentschaftskandidat gehandelt wurde.

Nach seinem Rückzug aus den Streitkräften 1993 engagierte Powell sich für benachteiligte Jugendliche, bevor er schließlich 2001 Außenminister wurde. Politisch ging er im Laufe der Jahre immer mehr auf Distanz zur Republikanischen Partei. Der unter anderem in gesellschaftlichen Fragen liberal gesinnte Powell beklagte einen Rechtsruck der Konservativen und sprach in den vergangenen Jahren Wahlempfehlungen für die demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama, Hillary Clinton und Biden aus.

(P.Tomczyk--DTZ)

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