Deutsche Tageszeitung - Esken und Walter-Borjans zuversichtlich mit Blick auf Koalitions-Fahrplan

Esken und Walter-Borjans zuversichtlich mit Blick auf Koalitions-Fahrplan


Esken und Walter-Borjans zuversichtlich mit Blick auf Koalitions-Fahrplan
Esken und Walter-Borjans zuversichtlich mit Blick auf Koalitions-Fahrplan / Foto: ©

Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben sich ungeachtet zuletzt kritischer Stimmen vor allem von Seiten der Grünen optimistisch geäußert, dass die Verhandlungen über eine Ampel-Koalition im vorgesehenen Zeitplan erfolgreich abgeschlossen werden können. Der Zeitplan sei "ambitioniert", aber "wir haben vor, ihn auch einzuhalten", sagte Esken am Montag nach Beratungen des Parteivorstands in Berlin.

Textgröße ändern:

Er habe die Gewissheit, "dass wir zu einem guten Ergebnis kommen werden", sagte auch Walter-Borjans. Die Koalitionsverhandlungen kämen "gut voran" und es gebe eine "gute, kollegiale Arbeitsatmosphäre". Allen müsse klar sein, dass er hier um eine Zusammenarbeit von "drei sehr unterschiedlichen politischen Kräften" gehe. Dass es da "mal ruckelt, halte ich für normal", betonte der SPD-Chef.

Immerhin hätten alle drei Parteien "ein Profil, dass wir auch den Wählerinnen und Wählern gegenüber zu vertreten haben". Gleichwohl gehe es für alle auch "am Ende um das ganze Land", sagte Walter-Borjans weiter. Aus seiner Sicht gebe es in den Verhandlungen über die Bildung einer Ampel-Koalition "alle Chancen, das in dem von uns gesetzten knappen Zeitplan zu schaffen". Sowohl Esken wie Walter-Borjans bekräftigten, dass Olaf Scholz Anfang Dezember zum Kanzler gewählt werden solle.

Vor allem Politikerinnen und Politiker der Grünen hatten zuvor Unzufriedenheit über mangelnde Fortschritte besonders in den Bereichen Klimaschutz und Verkehr erkennen lassen. Baden-Württembergs Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) brachte sogar die Möglichkeit von Neuwahlen ins Gespräch.

Walter-Borjans sagte dazu, dies sei "eine Stimme" zu den Koalitionsverhandlungen "aus größerer Entfernung". In den Gesprächen selbst habe er solche Drohkulissen bislang nicht erlebt. Aus seiner Sicht ruckele es derzeit vor allem bei Fragen, die man entweder mit ordnungspolitischen Mitteln beantworten oder die Dinge allein dem Markt überlassen könne, verwies der SPD-Chef auf gegensätzliche Herangehensweisen besonders von Grünen und FDP.

Die SPD habe hier "den Auftrag, diese Sichtweisen auch zusammenzubringen", sagte Walter-Borjans weiter. Es brauche "einen ordnungspolitischen Rahmen" und oft "am Anfang eine klare politische Ansage" wie zum Beispiel für den Ausbau der Elektromobilität. Danach habe sich gezeigt, dass sich dann auch die Industrie auf den Weg mache. Insofern "liegt am Ende die Wahrheit irgendwo in der Mitte".

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Hannovers Oberbürgermeister Onay bei Stichwahl in Amt bestätigt

Der Grünen-Politiker Belit Onay bleibt für weitere acht Jahre Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Er setzte sich am Sonntag in einer Stichwahl mit 61,5 Prozent der Stimmen klar gegen den SPD-Bewerber Axel von der Ohe durch, der nach Angaben der Stadt auf 38,5 Prozent kam.

Volksabstimmung: Schweizer wollen keine striktere Linie bei Neutralität ihres Landes

Die Menschen in der Schweiz wollen keine strengere Auslegung der politischen Neutralität ihres Landes. Bei einer Volksabstimmung am Sonntag lehnen sie mit klarer Mehrheit einen Vorschlag für eine schärfere Linie in dieser Frage ab. Laut dem amtlichen Endergebnis votierten rund 70 Prozent der Teilnehmenden dafür, die Neutralität in der bestehenden Form beizubehalten. Damit kann die Schweiz auch weiterhin EU-Sanktionen etwa gegen Russland übernehmen.

"Fundamentale Unterschiede": Keine Annäherung bei Treffen Wadephuls mit Lawrow

Es war das erste Treffen der Außenminister von Deutschland und Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren - doch eine Annäherung haben Johannes Wadephul (CDU) und Sergej Lawrow nicht erreicht. Bei dem Gespräch am Samstag in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Wadephul in der ARD.

CDU-Außenpolitiker kritisiert Treffen von Wadephul und Lawrow

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf kritisiert. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Montagsausgabe). Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht".

Textgröße ändern: