Deutsche Tageszeitung - Pakistan warnt vor "wirtschaftlichem Zusammenbruch" Afghanistans

Pakistan warnt vor "wirtschaftlichem Zusammenbruch" Afghanistans


Pakistan warnt vor "wirtschaftlichem Zusammenbruch" Afghanistans
Pakistan warnt vor "wirtschaftlichem Zusammenbruch" Afghanistans / Foto: ©

Pakistan hat eindringlich vor einem wirtschaftlichen Kollaps Afghanistans gewarnt. Das Land stehe "am Rande eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs", sagte der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi am Donnerstag bei einem Treffen mit chinesischen, russischen und US-Diplomaten sowie Taliban-Vertretern in Islamabad. Die internationale Gemeinschaft müsse dringend finanzielle und humanitäre Unterstützung leisten.

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Jede weitere Verschlechterung der Lage werde die Möglichkeit der Taliban, das Land zu regieren, "stark einschränken", warnte Qureshi bei der Eröffnung des Treffens, an dem auch der neue US-Sondergesandte für Afghanistan, Thomas West, teilnahm.

Afghanistan ist in hohem Maße auf ausländische Hilfen angewiesen, die seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban-Miliz im August stark zurückgefahren wurden. Die UNO hat wiederholt vor einer humanitären Katastrophe in Afghanistan gewarnt. Rund die Hälfte der Afghanen ist demnach von einer "akuten" Nahrungsmittelknappheit betroffen.

Qureshi forderte, Afghanistan den Zugang zu den Hilfszahlungen wieder zu ermöglichen. Eine Unterstützung des Landes käme auch dem Westen zugute, sagte der Minister später staatlichen Medien. Wer glaube, dass Europa weit weg liege und sicher vor Terrorismus sei, irre sich. "Vergessen Sie nicht die Geschichte."

Der Iran schickt derweil trotz der humanitären Krise im Nachbarland nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) jede Woche zehntausende afghanische Flüchtlinge zurück in ihre Heimat. In diesem Jahr wurden demnach bereits mehr als eine Million Afghanen zurückgeschickt - allein rund 28.000 in der letzten Oktoberwoche.

Der Iran hat eine der größten Flüchtlingspopulationen weltweit. Die Wirtschaft des Landes leidet jedoch selbst unter der Corona-Krise und US-Sanktionen, die wegen Teherans Atomprogramm verhängt worden waren. "Man kann nicht erwarten, dass der Iran so viele Afghanen aufnimmt, wenn die internationale Gemeinschaft so wenig Unterstützung leistet", sagte der Leiter des Norwegischen Flüchtlingsrats, Jan Egeland, diese Woche bei einem Besuch im Iran.

(W.Novokshonov--DTZ)

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