Deutsche Tageszeitung - Nordmazedonische Regierung vor Misstrauensvotum

Nordmazedonische Regierung vor Misstrauensvotum


Nordmazedonische Regierung vor Misstrauensvotum
Nordmazedonische Regierung vor Misstrauensvotum / Foto: ©

Die Regierung von Nordmazedonien könnte durch ein Misstrauensvotum gestürzt werden. Das Parlament in Skopje kam am Donnerstag zusammen, um über einen entsprechenden Antrag der Opposition gegen die Regierung des Sozialdemokraten Zoran Zaev abzustimmen. Die Regierungspartei SDSM hatte bei den Kommunalwahlen im Oktober eine Niederlage erlitten.

Textgröße ändern:

Zaev hatte nach der Wahl seinen Rücktritt angekündigt, scheint mittlerweile jedoch seine Meinung geändert zu haben. Der Vorstand seiner Partei beschloss am Dienstag, seinen Rücktritt auf unbestimmte Zeit zu verschieben, "um die Stabilität und die europäische Perspektive" des Landes zu gewährleisten. "Ich hoffe aufrichtig, dass die demokratische Parlamentsmehrheit stabilisiert wird", erklärte der Regierungschef.

Die größte Oppositionspartei, die konservative VMRO-DPMNE, reichte mit der Unterstützung von 61 der 120 Parlamentsabgeordneten einen Misstrauensantrag ein. Ob dieser nun tatsächlich angenommen wird, gilt allerdings als fraglich. Bei einer Zustimmung hätte die Opposition die Gelegenheit, eine mehrheitsfähige Regierung zu bilden - sonst käme es zu Neuwahlen.

Zaevs Popularität hatte in den vergangenen Jahren darunter gelitten, dass die Aussichten seines Landes auf einen Beitritt zur EU sich zuletzt nicht mehr signifikant verbessert hatten. Das grundsätzliche grüne Licht für konkrete Beitrittsverhandlungen sowohl der EU-Kommission als auch der Mitgliedstaaten liegt zwar schon seit geraumer Zeit vor. Bei der formellen Umsetzung blockiert jedoch nach wie vor Nordmazedoniens Nachbarland Bulgarien.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Ceuta-Krise: SPD-Chef Klingbeil fordert Solidarität mit Spanien

Nach der Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta hat der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil Solidarität mit Spanien gefordert. Das in Nordafrika gelegene Ceuta sei "Ziel einer offenbar gesteuerten Migrationsbewegung" geworden, erklärte Klingbeil am Samstag in Berlin. Die Menschen seien instrumentalisiert worden "in dem Versuch, Europa zu spalten". Deshalb stehe "die Geschlossenheit Europas und die Solidarität mit Spanien jetzt an erster Stelle".

Marokkanische NGO fordert Untersuchung der Ursachen für die Geschehnisse in Ceuta

Die marokkanische Menschenrechtsorganisation AMDH dringt nach dem Ankommen zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika auf eine Untersuchung zum Auslöser des Geschehens. Eine "seriöse und unabhängige Untersuchung" sei nötig, um "vollständige Klarheit über die Umstände und Ursachen" zu gewinnen, erklärte die Nichtregierungsorganisation (NGO) am Samstag. Auch müssten "Verantwortlichkeiten" festgestellt werden.

Nach Burnham-Abschied: Bev Craig ist neue Bürgermeisterin von Manchester

Nach dem Abschied von Andy Burnham ist Bev Craig zur neuen Bürgermeisterin des Großraums Manchester in Nordwestengland gewählt worden. Wie ihr Vorgänger, der neue britische Premierminister, gehört Craig der Labour-Partei an. Die Vorsitzende des Stadtrats der Stadt Manchester setzte sich gegen die Kandidatin der rechtspopulistischen Reform UK, Sian Astley, deutlich durch.

Kolumbien: Elf Verletzte bei Sprengstoffanschlag

Sechs Tage vor der Vereidigung des neuen kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella sind in dem südamerikanischen Land bei einem Sprengstoffanschlag mindestens elf Menschen verletzt worden. Ein mit Sprengsätzen ausgerüsteter Lkw detonierte am Samstag vor einer Polizeiwache in der ostkolumbianischen Stadt Cucutá nahe der Grenze zu Venezuela, wie die Behörden mitteilten.

Textgröße ändern: