Deutsche Tageszeitung - Grünen-Politiker Dahmen plädiert für berufsgruppenspezifische Impfpflicht

Grünen-Politiker Dahmen plädiert für berufsgruppenspezifische Impfpflicht


Grünen-Politiker Dahmen plädiert für berufsgruppenspezifische Impfpflicht
Grünen-Politiker Dahmen plädiert für berufsgruppenspezifische Impfpflicht / Foto: ©

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat angesichts der stark steigenden Zahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen plädiert. Er gehe davon aus, "dass wir eine einrichtungsbezogene Impfpflicht brauchen werden, um die Situation in den Griff zu bekommen", sagte Dahmen am Freitag vor Beginn eines Praxis-Panels zum Thema Impftempo der Ampel-Fraktionen.

Textgröße ändern:

"Wer für andere Menschen Verantwortung trägt, der hat in dieser wichtigen Phase der Pandemie, wo wir so hohe Infektionszahlen haben, nicht nur eine Entscheidung über seine eigene Gesundheit, sondern auch für die Verantwortung anderer zu treffen", sagte Dahmen mit Blick auf die Lage etwa in Pflegeheimen. Dabei gehe es nicht darum, "einzelne Berufsgruppen an den Pranger zu stellen, sondern da, wo Menschen gefährdet sind, andere Berufsgruppen" in den Fokus zu nehmen. Dazu gehörten dann etwa über medizinisches und Pflegepersonal hinaus auch Reinigungskräfte und Angestellte in der Küche.

Dahmen machte sich auch für eine offensive Kampagne für Auffrischungsimpfungen stark. "Wir entscheiden mit einer Booster-Impfkampagne heute hier im Herbst über die Toten oder Geschützten im Januar, Februar, März, April."

Vertreter von Fraktionen von Grünen, FDP und SPD wollten am Freitag über Möglichkeiten zur Beschleunigung der Corona-Impfungen beraten. Bei dem Praxis-Panel "Impftempo" sollte es zudem um die Frage der Erreichbarkeit bisher Ungeimpfter gehen.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, äußerte sich mit Blick auf eine mögliche berufsgruppenspezifische Impfpflicht skeptisch. Sie sei dafür, den "geringstmöglichen Eingriff" zu nutzen, um die Menschen zu schützen. Ein wichtiger Baustein im Infektionsschutz sei deshalb das Prinzip "Testen, Testen, Testen".

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

75 Jahre Bundesverfassungsgericht: Politik ruft zu Schutz von Rechtsstaat auf

Zum 75. Geburtstag des Bundesverfassungsgerichts hat die Politik dessen Rolle als Wächter des Grundgesetzes gewürdigt - und zum Schutz des Rechtsstaats aufgerufen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verwies beim Festakt in Karlsruhe auf "das Erstarken von Kräften an den politischen Rändern", die Demokratie und Rechtsstaat diskreditierten und in Frage stellten. "Schützen wir unser Verfassungsgericht vor möglichen Angriffen durch die Verächter des Rechtsstaats", forderte er.

Mindestens eine Tote bei russischem Angriff auf Akademie der Wissenschaften in Kiew

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Akademie der Wissenschaften im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist mindestens ein Mensch getötet worden. Eine Frau sei tot geborgen worden, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden. "Einsatzkräfte löschen das Feuer und suchen nach Menschen, die möglicherweise noch im Gebäude eingeschlossen sind", fügte er hinzu.

Rückzug auf Raten: Spahn verzichtet nach Kritik auf Sitz im Haushaltsausschuss

Rückzug auf Raten: Erst im Juli ist Jens Spahn als Vorsitzender der Unionsfraktion zurückgetreten. Nun legt er auch sein darauf angenommenes Amt im mächtigen Haushaltsausschuss des Bundestags nieder. Grund ist erneut Privates: Spahn war in die Kritik geraten, weil er bei einer Ausschuss-Sitzung fehlte und Bilder ihn im Urlaub zeigten.

Anschlagsgefahr: Fünf bei Luftwaffenstützpunkt in England festgenommene Männer sind Briten

Bei den fünf Männern, die wegen möglicher Anschlagspläne in der Nähe eines auch von den USA genutzten britischen Luftwaffenstützpunktes festgenommen wurden, handelt es sich nach Behördenangaben um britische Staatsbürger. Die Männer zwischen 23 und 25 Jahren wohnen alle in London, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die iranische Botschaft in London wies Berichte über eine Verwicklung Teherans "kategorisch" zurück.

Textgröße ändern: