Deutsche Tageszeitung - Wohl mindestens drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz

Wohl mindestens drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz


Wohl mindestens drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz
Wohl mindestens drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz / Foto: ©

Wenige Tage vor Ablauf der Frist stehen zwei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz fest - der dritte dürfte bald folgen. Der Abgeordnete Norbert Röttgen hatte am Freitag seine Kandidatur erklärt, am Freitagabend nominierte der Kreisverband Gießen offiziell Kanzleramtsminister Helge Braun. Am Montag solle der CDU-Kreisvorstand Hochsauerland Ex-Fraktionschef Friedrich Merz nominieren, berichtete die "Bild"-Zeitung. Es wäre sein dritter Anlauf.

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Braun rief nach seiner Nominierung zu einem "grundlegenden Neuanfang" in der CDU auf. Die Christdemokraten müssten nach dem historisch schlechten Ergebnis bei der Bundestagswahl schnell wieder stark werden und sich als Oppositionspartei gegenüber einem Ampel-Bündnis "konstruktiv" einbringen.

In dem Schreiben an die Kreisvorsitzenden und -geschäftsstellen der Partei warb Braun zudem für Geschlossenheit zwischen CDU und CSU und für eine Vereinbarung zur künftigen Nominierung des gemeinsamen Kanzlerkandidaten. Die Geschlossenheit der Schwesterparteien sei "entscheidend für unseren gemeinsamen Erfolg". Das Ringen um die Kanzlerkandidatur 2021 und deren Nachwirkungen hätten "alte Probleme" wiederbelebt.

Eine Bewerbung als Fraktionsvorsitzender im Falle seiner Wahl zum Parteichef schloss Braun aus. "Wir haben nach dem Ergebnis der Mitgliederbefragung keinen einzigen Tag mehr Zeit für Streit oder neue offene Führungsfragen. Deshalb werde ich im Falle meiner Wahl als Vorsitzender nicht den Fraktionsvorsitz unserer Bundestagsfraktion anstreben."

Merz hatte bereits zweimal versucht, CDU-Chef zu werden. 2018 unterlag er Annegret Kramp-Karrenbauer und 2021 Armin Laschet. Für Röttgen ist es der zweite Versuch; auch er unterlag im Januar auf dem CDU-Parteitag Laschet. Röttgen will für den Fall seiner Wahl die 39-jährige Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann aus Hamburg als Generalsekretärin vorschlagen.

Die Bewerbungsfrist für die CDU-Kandidaten läuft noch bis Mittwoch kommender Woche. Sie benötigen dafür die Unterstützung eines Landes- oder Bezirksverbands. Röttgen soll am Montag von seinem Heimatkreisverband Rhein-Sieg nominiert werden.

Im Dezember soll ein Mitgliederentscheid stattfinden. Offiziell ins Amt gewählt werden soll der neue Parteichef auf einem Parteitag am 21. und 22. Januar in Hannover.

(I.Beryonev--DTZ)

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