Deutsche Tageszeitung - Mann von britisch-iranischer Bürgerin Zaghari-Ratcliffe beendet Hungerstreik

Mann von britisch-iranischer Bürgerin Zaghari-Ratcliffe beendet Hungerstreik


Mann von britisch-iranischer Bürgerin Zaghari-Ratcliffe beendet Hungerstreik
Mann von britisch-iranischer Bürgerin Zaghari-Ratcliffe beendet Hungerstreik / Foto: ©

Der Ehemann der im Iran festgehaltenen britisch-iranischen Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe hat seinen fast dreiwöchigen Hungerstreik vor dem Londoner Außenministerium beendet. Er habe seiner Frau versprochen, aufzugeben, erklärte Richard Ratcliffe am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ihre Tochter Gabriella brauche "beide Eltern", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Ratcliffe war am 24. Oktober in den Hungerstreik getreten, um die Regierung von Premierminister Boris Johnson dazu zu bewegen, sich stärker als bisher für eine Freilassung seiner Frau einzusetzen.

Die heute 43-Jährige war 2016 während eines Besuchs ihrer Familie im Iran festgenommen worden. Die iranischen Behörden warfen ihr vor, sieben Jahre zuvor an Protesten gegen die Regierung teilgenommen zu haben. Ein Gericht verurteilte sie wegen Verschwörung zum Umsturz zu fünf Jahren Haft. Zaghari-Ratcliffe, die damals als Projektmanagerin für die Thomson Reuters Stiftung arbeitete, weist alle Vorwürfe zurück.

Im vergangenen April wurde sie erneut wegen Propaganda-Vorwürfen schuldig gesprochen und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt sowie zusätzlich mit einer einjährigen Ausreisesperre belegt. Ihre Berufung gegen das Urteil verlor sie im Oktober.

Ratcliffe vermutet, dass seine Frau zum Spielball im Streit um britische Schulden in Höhe von 400 Millionen Pfund (knapp 470 Millionen Euro) geworden ist, die London seit dem Sturz des Schahs 1979 nicht begleichen will. Johnsons Regierung warf er vor, dem Schicksal seiner Frau gleichgültig gegenüberzustehen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

USA: Keine Pläne für Waffenverkauf an China

Die USA halten nach Angaben aus Washington an ihrem langjährigen Waffenembargo gegen China fest. "Die US-Regierung hat keine Pläne, Waffen an China zu verkaufen", sagte ein Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Er wies damit Angaben des US-Botschafters in China, David Perdue, zurück.

Eine Tote bei russischem Angriff auf Akademie der Wissenschaften in Kiew

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Akademie der Wissenschaften im normalerweise gut geschützten Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach ukrainischen Angaben eine Frau getötet worden. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag. Derweil wurde nach ukrainischen Angaben ein Grenzübergang zu Polen bei einem russischen Drohnenangriff beschädigt.

Nato-Kommandeur: Russlands Sabotage "immer dreister" - funktioniert aber nicht

Nach den Worten des Oberbefehlshabers der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, hat die "russische Sabotagekampagne" in Europa für den Kreml keinen Erfolg. Die "staatlich gesteuerte Sabotage" werde zwar "immer dreister", sagte Grynkewich am Montag vor EU-Abgeordneten. Dennoch halte das die europäischen Länder nicht davon ab, die Ukraine weiter zu unterstützen.

Großbritannien legt neues Programm zur Aufnahme von Flüchtlingen auf

Großbritannien will mit einem neu aufgelegten Programm hunderte Flüchtlinge aufnehmen. "Wir werden schutzbedürftige Flüchtlinge aus aller Welt aufnehmen und ihnen die Chance auf ein neues und besseres Leben hier in Großbritannien geben", sagte Innenministerin Shabana Mahmood am Montag beim jährlichen Parteitag der regierenden Labour-Partei in Liverpool. Etwa ein Viertel der Flüchtlinge sollen Frauen und Mädchen aus Afghanistan sowie Palästinenser sein.

Textgröße ändern: