Deutsche Tageszeitung - Dutzende festgenommene Fahrer des Welternährungsprogramms in Äthiopien freigelassen

Dutzende festgenommene Fahrer des Welternährungsprogramms in Äthiopien freigelassen


Dutzende festgenommene Fahrer des Welternährungsprogramms in Äthiopien freigelassen
Dutzende festgenommene Fahrer des Welternährungsprogramms in Äthiopien freigelassen / Foto: ©

34 Fahrer des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP), die in Äthiopien festgenommen wurden, sind nach UN-Angaben wieder frei. "Wir wurden informiert, dass 34 (Fahrer) freigelassen wurden, während 36 immer noch festgehalten werden", sagte der UN-Sprecher Farhan Haq am Montag bei einer Pressekonferenz in New York. Die Fahrer waren in der vergangenen Woche im krisengeschüttelten Norden Äthiopiens festgenommen worden.

Textgröße ändern:

Nach Angaben der UNO waren die Fahrer nahe Semera auf der einzigen noch intakten Straße in die Krisenregion Tigray unterwegs gewesen. Sie sind demnach bei einer externen Firma angestellt, mit der das WFP zusammenarbeitet.

Laut Haq befinden sich in Äthiopien weiterhin zehn UN-Angestellte in Gewahrsam. Die Festnahmen erfolgten offenbar im Zusammenhang mit dem Vorgehen von Sicherheitskräften in der Hauptstadt Addis Abeba gegen Angehörige der Volksgruppe der Tigray.

Der Konflikt zwischen der Regierung von Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed und der Rebellengruppe TPLF aus Tigray war zuletzt eskaliert. Angesichts eines angedrohten Vormarsches der TPLF auf Addis Abeba verhängte Abiy Anfang des Monats einen Ausnahmezustand. Seither wurden nach Angaben von Anwälten tausende Tigray willkürlich festgenommen.

Der Konflikt zwischen der TPLF, die von der Rebellengruppe Oroma-Befreiungsarmee (OLA) unterstützt wird, und der Regierung von Abiy hatte vor einem Jahr begonnen. Seither wurden tausende Menschen getötet und mehr als zwei Millionen weitere vertrieben. Beiden Konfliktparteien werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Angesichts der Verschärfung des Konflikts riefen die USA ihre Bürger am Montag erneut auf, Äthiopien sofort zu verlassen. Außenamtssprecher Ned Price betonte, dass die Regierung in Washington keine Evakuierungsaktion wie im Afghanistan-Fall organisieren werde. Er fürchte, dass in der Öffentlichkeit möglicherweise die "Fehlwahrnehmung" bestehe, "dass das, was wir in Afghanistan gesehen haben, etwas ist, das die US-Regierung überall in der Welt unternehmen kann", sagte Price.

Die US-Botschaft fordert US-Bürger in Äthiopien seit Tagen auf, das Land mit kommerziellen Flügen zu verlassen. Staatsbürgern, die sich ein Flugticket derzeit nicht leisten können, bot die Botschaft einen Kredit an.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Bier und Molke aus Kanada: Neue US-Einfuhrsperre in Kraft

Die USA haben die Einfuhr bestimmter kanadischer Produkte bis auf Weiteres gestoppt. Am Dienstag (06.00 Uhr MESZ) trat ein Importembargo für alkoholische Getränke sowie einige Milchprodukte in Kraft. Betroffen sind unter anderem Bier, Schaumwein und Molke, aber auch PS-starke Motorräder.

Bundestagspräsidentin Klöckner kritisiert Verhalten von AfD und Linken im Parlament

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat das Verhalten der Abgeordneten von AfD und Linken im Plenum scharf kritisiert. "Das schaukelt sich so dermaßen hoch", sagte Klöckner nach Angaben vom Dienstag im Podcast "Meine schwerste Entscheidung" der Funke Medien. "Die beiden Fraktionen haben die meisten Ordnungsrufe mit Abstand. Die AfD die meisten, aber die Linken ziehen nach. Und diese Polarisierung, da müssen wir achtgeben."

Bundeskanzler Merz empfängt Kasachstans Präsidenten Tokajew

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Dienstag Kasachstans Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew im Bundeskanzleramt in Berlin (16.00 Uhr). Bei dem Treffen werden nach Angaben eines Regierungssprechers Themen wie der Ausbau der bilateralen Energie- und Rohstoffpartnerschaft, Fragen der regionalen Zusammenarbeit sowie die internationale Sicherheitspolitik im Mittelpunkt stehen. Für 17.00 Uhr ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.

Wadephul reist in die Slowakei und zum Europarat nach Straßburg

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Dienstag zu einem Besuch in die Slowakei. In der Hauptstadt Bratislava will Wadephul mit seinem slowakischen Kollegen Juraj Blanar und Ministerpräsident Robert Fico zusammenkommen. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um den Krieg in der Ukraine gehen. Fico pflegt als einer der wenigen Regierungschefs der EU gute Kontakte nach Moskau und steht Sanktionen gegen Russland skeptisch gegenüber.

Textgröße ändern: