Deutsche Tageszeitung - Stoltenberg: Lukaschenko setzt Leben von Flüchtlingen aufs Spiel

Stoltenberg: Lukaschenko setzt Leben von Flüchtlingen aufs Spiel


Stoltenberg: Lukaschenko setzt Leben von Flüchtlingen aufs Spiel
Stoltenberg: Lukaschenko setzt Leben von Flüchtlingen aufs Spiel / Foto: ©

Im Flüchtlings-Konflikt mit Belarus hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg das Vorgehen von Machthaber Alexander Lukaschenko erneut scharf verurteilt. Die Lukaschenko-Regierung setze "das Leben der Migranten aufs Spiel", kritisierte Stoltenberg am Dienstag in Brüssel anlässlich eines Treffens mit den EU-Verteidigungsministern. Die Nato stehe solidarisch hinter Polen, Lettland und Litauen und werde mit allen Mitgliedern über die Krise beraten, betonte Stoltenberg.

Textgröße ändern:

Die EU wirft dem autoritär regierenden Lukaschenko vor, absichtlich Flüchtlinge vor allem aus dem Nahen Osten in Richtung EU zu schleusen, um Vergeltung für frühere Sanktionsbeschlüsse zu üben. Derzeit bereitet die EU neue Strafmaßnahmen gegen Minsk vor.

Bei den Beratungen Stoltenbergs mit den EU-Verteidigungsministern sollte es auch um den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine gehen. Der Nato-Generalsekretär rief Russland auf, "jede Eskalation rund um die Ukraine zu vermeiden".

Stoltenberg begrüßte zudem die Pläne des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, bis 2024 eine eigene europäische Eingreiftruppe mit bis zu 5000 Soldaten zu schaffen. Er betonte aber, die Nato bleibe "der Grundstein der europäischen Sicherheit". Rund 80 Prozent der Verteidigungsausgaben entfielen auf Staaten außerhalb der EU, sagte er unter Bezug auf die dominierende Rolle der USA. Zudem stünden bei der Nato bereits 45.000 Soldaten als Krisen-Interventionskräfte bereit.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Mehr als 100 israelische Siedler attackieren Dorf im Westjordanland

Mehr als 100 israelische Siedler haben am Dienstag ein Dorf im besetzten Westjordanland attackiert. Bei dem Angriff auf das Dorf Dschalud im Norden des Palästinensergebiets wurden nach Angaben der israelischen Armee zwei Häuser in Brand gesetzt und drei israelische Polizisten verletzt. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen festgenommen und zwei Minderjährige zum Verhör mitgenommen.

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Textgröße ändern: