Deutsche Tageszeitung - EU will Importe aus Entwaldungs-Gebieten stoppen

EU will Importe aus Entwaldungs-Gebieten stoppen


EU will Importe aus Entwaldungs-Gebieten stoppen
EU will Importe aus Entwaldungs-Gebieten stoppen / Foto: ©

Die EU-Kommission will Importe von Holz, Soja oder Kaffee nach Europa stoppen, wenn dafür Wälder in den Herkunftsländern abgeholzt werden. Das sieht ein am Mittwoch in Brüssel vorgestelltes Gesetz vor, das Importeuren härtere Auflagen macht: Sie sollen nachweisen, dass für ihre Produkte keine Waldflächen zerstört wurden. Umweltschützer halten die Pläne für zu schwach.

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Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow hatten sich mehr als hundert Staaten verpflichtet, die Entwaldung bis zum Jahr 2030 zu stoppen, darunter auch Deutschland. Der für den Klimaschutz zuständige EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans erklärte nun, mit der Verordnung sollten "der europäische Beitrag zur Entwaldung minimiert und nachhaltiger Verbrauch angekurbelt werden".

Die EU-Kommission will dafür Importeure von Rohstoffen und Produkten in die Pflicht nehmen, für die Wälder zerstört werden. Neben Soja, für das unter anderem in Südamerika im großen Stil Land gerodet wird, sind auch Rindfleisch, Palmöl, Kakao, Leder sowie Möbel und Schokolade betroffen.

Die Firmen sollen dafür künftig zwei Dinge nachweisen: Die Rohstoffe oder Güter dürfen nicht von Ländereien stammen, die "nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet oder zerstört" wurden. Und die Produktion muss den Gesetzen des Herkunftslandes entsprechen.

Umweltschützer nennen die Pläne nicht weitreichend genug. Sie kritisieren, dass Produkte wie Mais oder Kautschuk von der Verordnung ausgeschlossen sind. Zudem weichten Länder wie Brasilien ihre Gesetze für die Abholzung zunehmend auf.

Das Naturschutzpaket der EU-Kommission sieht auch ein härteres Vorgehen gegen illegale Müll-Exporte aus Europa vor. Dafür sollen bestimmte Ausfuhren untersagt werden, wenn in Drittstaaten Umweltprobleme entstehen. Die Vorschläge gehen nun zur Beratung an die Mitgliedstaaten und an das Europaparlament.

(U.Beriyev--DTZ)

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