Deutsche Tageszeitung - Zwei Tote bei Protesten gegen Militärputsch im Sudan

Zwei Tote bei Protesten gegen Militärputsch im Sudan


Zwei Tote bei Protesten gegen Militärputsch im Sudan
Zwei Tote bei Protesten gegen Militärputsch im Sudan / Foto: ©

Bei erneuten Protesten gegen den Militärputsch im Sudan sind am Mittwoch zwei Menschen erschossen worden. Die Demonstranten wurden bei einer Großkundgebung in der Hauptstadt Khartum durch Schüsse in den Kopf und in den Hals getötet, wie eine pro-demokratische Ärztegewerkschaft mitteilte. Dutzende weitere Menschen hätten Schusswunden erlitten, einige seien lebensgefährlich verletzt.

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In ganz Khartum kam es an verschiedenen Orten zu Protesten, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Diese versicherten trotz der Berichte über Schüsse, nicht mit scharfer Munition zu feuern.

Die Demonstranten skandierten "Nein zur Militärherrschaft" und "Das Volk wählt die Zivilregierung". Auch in der östlichen Hafenstadt Bur Sudan gingen Demonstranten gegen den neuen sudanesischen Machthaber, General Abdel Fattah al-Burhan, auf die Straße.

Das Militär hatte am 25. Oktober die Macht im Sudan übernommen, die zivilen Mitglieder der Übergangsregierung wurden festgenommen. Al-Burhan rief den Ausnahmezustand aus und kündigte die rasche Bildung einer neuen Regierung an. Deren Ernennung lässt jedoch auf sich warten.

Seit dem Putsch gehen zahlreiche Menschen aus Protest auf die Straße - trotz der gewaltsamen Niederschlagung von Demonstrationen. Bislang wurden bei den Massenkundgebungen 26 Menschen getötet.

Während der erneuten Proteste am Mittwoch begann US-Außenminister Antony Blinken seine Afrika-Reise, die ihn in drei Staaten des Kontinents führen soll. Zum Auftakt warnte er in Kenia angesichts des Militärputsches im Sudan vor den zunehmenden Bedrohungen für die Demokratie. "Wir haben in den vergangenen zehn Jahren das erlebt, was manche eine demokratische Rezession nennen", sagte Blinken in Nairobi.

Der Sudan könne dringend benötigte internationale Hilfe zurückerhalten, wenn die "Legitimität" der Zivilregierung wiedergeherstellt werde, betonte der Außenminister. Die USA haben als Reaktion auf den Staatsstreich die Unterstützung für das nordostafrikanische Land in Höhe von rund 700 Millionen Dollar ausgesetzt.

(V.Korablyov--DTZ)

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