Deutsche Tageszeitung - G7 fordern von Belarus sofortiges Ende des Flüchtlingsdramas an Grenze zu Polen

G7 fordern von Belarus sofortiges Ende des Flüchtlingsdramas an Grenze zu Polen


G7 fordern von Belarus sofortiges Ende des Flüchtlingsdramas an Grenze zu Polen
G7 fordern von Belarus sofortiges Ende des Flüchtlingsdramas an Grenze zu Polen / Foto: ©

Die Außenminister der G7-Staaten haben Belarus zur sofortigen Beendigung des Flüchtlingsdramas an der belarussisch-polnischen Grenze aufgefordert. "Wir fordern das Regime auf, seine aggressive und ausbeuterische Kampagne sofort einzustellen, um weitere Tote und weiteres Leid zu verhindern", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Italien, Japan und den USA.

Textgröße ändern:

Die G7 werfen Belarus darin vor, "die Aufmerksamkeit von der ständigen Missachtung internationalen Rechts, grundlegender Freiheiten und von Menschenrechten - darunter die der eigenen Bevölkerung - ablenken" zu wollen. Minsk müsse es internationalen Organisationen ermöglichen, sofortigen Zugang zu den betroffenen Menschen im Grenzgebiet zu bekommen, um humanitäre Hilfe leisten zu können. Zugleich sprachen die G7 Polen, Litauen und Lettland ihre Solidarität aus.

Tausende Flüchtlinge zum Großteil aus dem Nahen Osten, darunter viele Kurden aus dem Irak, sitzen derzeit in Belarus bei eisigen Temperaturen vor allem an der Grenze zum EU-Mitgliedstaat Polen fest. Die EU beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, als Vergeltung für EU-Sanktionen Menschen aus Ländern wie Syrien und dem Irak gezielt ins Land zu locken und dann an die Grenzen der EU-Staaten Lettland, Litauen und Polen zu schleusen. Belarus weist dies zurück.

Polen und andere EU-Länder beschuldigen zudem Russland, Belarus bei der Schleusung zu unterstützen. Russlands Präsident Wladimir Putin weist jede Verantwortung für die Flüchtlingskrise an der Grenze zwischen Belarus und der EU zurück. Der Westen ist überdies zunehmend besorgt über die jüngsten russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Donnerstag in Moskau, Europa solle Russland nicht für "alle Probleme" verantwortlich machen. "Russland hat ein Interesse daran, dass jeder in Europa endlich zur Besinnung kommt und aufhört, Russland als Wurzel allen Übels anzusehen."

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Untreueprozess gegen frühere RBB-Intendantin Schlesinger startet im November

Mehr als vier Jahre nach ihrem Rücktritt beginnt im November der Strafprozess gegen die ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, und weitere frühere Führungsmitglieder des Senders. Das Landgericht Berlin ließ die Anklageschrift der Generalstaatsanwaltschaft vom November 2025 zu, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte. Der Prozess soll am 10. November 2026 beginnen. Bis Ende Juni 2027 wurden zunächst 56 Verhandlungstermine anberaumt.

Öffentliche Schulden im zweiten Quartal 2026 um 1,0 Prozent gestiegen

Die öffentlichen Schulden sind im zweiten Quartal dieses Jahres um 1,0 Prozent gestiegen. Insgesamt waren die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und Sozialversicherung inklusive aller Extrahaushalte mit 2753,5 Milliarden Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die Schulden des Bundes stiegen im Vergleich zum ersten Quartal um 1,1 Prozent auf 1907,1 Milliarden Euro.

Rettungskräfte: Zahl der Toten bei Angriff der Armee auf Markt in Myanmar auf 50 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer bei einem Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Rakhine ist nach Angaben von Rettungskräften auf 50 gestiegen. Zudem seien bei dem Angriff am Montag in der Stadt Kyauktaw 58 Menschen verletzt worden, erklärten die Rettungskräfte am Dienstag. Demnach könnte die Zahl der Toten noch steigen, da einige Leichen in Bränden nach dem Angriff verloren gegangen seien.

Nach Explosion in Grenzgebiet: Südkorea wirft Norden Verletzung von Waffenstillstand vor

Nach einer vermutlich durch eine nordkoreanische Mine ausgelösten Explosion im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea vergangene Woche hat Seoul dem Nachbarland einen Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen vorgeworfen und Konsequenzen angekündigt. "Dies ist eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, und da Nordkorea die Verantwortung trägt, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul am Dienstag vor dem Parlament. Bei dem Vorfall waren drei südkoreanische Offiziere schwer verletzt worden, einer verlor seinen Fuß.

Textgröße ändern: