Deutsche Tageszeitung - Verurteilung von zwei Männern wegen Ermordung von Malcolm X aufgehoben

Verurteilung von zwei Männern wegen Ermordung von Malcolm X aufgehoben


Verurteilung von zwei Männern wegen Ermordung von Malcolm X aufgehoben
Verurteilung von zwei Männern wegen Ermordung von Malcolm X aufgehoben / Foto: ©

Mehr als 55 Jahre nach der Ermordung der US-Bürgerrechtsikone Malcolm X ist die Verurteilung von zwei Männern wegen Mordes aufgehoben worden. Die New Yorker Richterin Ellen Biben erklärte die Schuldsprüche gegen den heute 83-jährigen Muhammad Aziz und den 2009 verstorbenen Khalil Islam am Donnerstag für ungültig.

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"Ich bedaure, dass dieses Gericht die schweren Justizirrtümer in diesem Fall nicht rückgängig machen und Ihnen die vielen verlorenen Jahre zurückgeben kann", sagte Biben an die Adresse von Aziz und die Familie Islams. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass dieser Fall nach grundlegender Gerechtigkeit schreit."

Der New Yorker Staatsanwalt Cyrus Vance, der eine Überprüfung des Falls eingeleitet hatte, entschuldigte sich für eine "jahrzehntelange Ungerechtigkeit". Im Zuge 22-monatiger Ermittlungen sei klar geworden, dass die beiden Männer nach der Ermordung von Malcolm X im Jahr 1965 "keinen gerechten Prozess erhalten haben".

"Ich möchte Herrn Aziz und seiner Familie und der Familie von Herrn Islam und von Malcolm X sagen, dass ich mich entschuldige", sagte der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan. "Wir können nicht wiederherstellen, was diesen Männern und ihren Familien weggenommen wurde." Zumindest aber müsse die Geschichte richtig gestellt werden.

Aziz und Islam waren 1966 wegen der Ermordung von Malcolm X im Vorjahr zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein dritter Verurteilter, Mujahid Abdul Halim, hatte in dem Prozess seine Schuld gestanden, die beiden anderen Männer aber als unschuldig bezeichnet.

Die Staatsanwaltschaft von Manhattan führte nun gemeinsam mit den Anwälten von Aziz und Islam eine fast zweijährige Untersuchung zu dem Fall. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass Staatsanwälte, die Bundespolizei FBI und die New Yorker Polizei nach der Ermordung von Malcolm X Beweismittel zurückhielten, die damals vermutlich zu einem Freispruch für Aziz und Islam geführt hätten. Die erneute Untersuchung war nach Ausstrahlung der Netflix-Dokumentation "Who Killed Malcolm X?" ("Wer hat Malcolm X umgebracht?") gestartet worden.

Aziz wurde 1985 aus dem Gefängnis entlassen. Islam kam 1987 frei und starb 2009. Der heute 80-jährige Halim kam 2010 auf freien Fuß. Alle Verurteilten hatten der muslimischen Schwarzen-Bewegung Nation of Islam angehört, mit der Malcolm X gebrochen hatte.

Der Bürgerrechtsaktivist war am 21. Februar 1965 bei einem Auftritt im New Yorker Stadtteil Harlem von drei Angreifern erschossen worden. Malcolm X war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre. Er war aber auch nicht unumstritten, unter anderem, weil er einen Einsatz von Gewalt unter gewissen Umständen als rechtmäßig ansah. Regisseur Spike Lee setzte ihm 1992 mit dem Drama "Malcolm X" mit Denzel Washington in der Hauptrolle ein filmisches Denkmal.

(U.Beriyev--DTZ)

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