Deutsche Tageszeitung - Biden zieht diplomatischen Boykott der Olympischen Spiele in Peking "in Betracht"

Biden zieht diplomatischen Boykott der Olympischen Spiele in Peking "in Betracht"


Biden zieht diplomatischen Boykott der Olympischen Spiele in Peking "in Betracht"
Biden zieht diplomatischen Boykott der Olympischen Spiele in Peking "in Betracht" / Foto: ©

Wegen der Menschenrechtsverletzungen in China erwägt US-Präsident Joe Biden einen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking. "Das ist etwas, was wir in Betracht ziehen", sagte Biden am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus. Gemeint ist damit, dass Washington zu den Spielen im kommenden Februar keine Regierungsvertreter entsendet, US-Athleten aber weiterhin teilnehmen dürfen.

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Mehrere republikanische Hardliner fordern von Biden einen vollständigen Boykott der Olympischen Winterspiele, um gegen die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang zu protestieren. Andere Abgeordnete der Republikaner sowie zahlreiche Demokraten plädieren hingegen für einen diplomatischen Boykott. Zu ihnen gehört auch die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums wies die Vorwürfe der USA zur Unterdrückung der muslimischen Minderheit als "Witz in den Augen des chinesischen Volkes" zurück. Er betonte: "Die Politisierung des Sports widerspricht dem olympischen Geist und schadet den Interessen der Athleten aller Länder."

Die "Washington Post" hatte am Dienstag berichtet, dass das Weiße Haus in Kürze einen diplomatischen Boykott ankündigen werde. Biden und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten am Montagabend (Ortszeit Washington, Dienstagmorgen Peking) ihren mit Spannung erwarteten Videogipfel abgehalten. Bei dem mehrstündigen virtuellen Treffen standen unter anderem Streitthemen wie der Konflikt um Taiwan und die Menschenrechtslage in China auf der Agenda. Beamte des Weißen Hauses erklärten, über einen möglichen diplomatischen Boykott sei nicht gesprochen worden.

US-Regierungssprecherin Jen Psaki sagte nach Bidens Äußerungen, sie habe "keine aktuellen Informationen" darüber, wie ihre Regierung bei den Winterspielen vertreten sein werde. Sie wolle Biden und seinen Sicherheitsberatern "Raum" geben, eine Entscheidung zu treffen.

Bei seiner Entscheidung wird Biden viele Faktoren abwägen müssen. Auf der einen Seite bemüht er sich, den unter seinem Vorgänger Donald Trump zum Stillstand gekommenen Dialog mit Peking wieder herzustellen. Auf der anderen Seite hält er die Strafzölle gegen chinesische Exporte aufrecht und versucht, durch Bündnisse die militärischen Ambitionen Chinas einzuhegen.

(V.Korablyov--DTZ)

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