Deutsche Tageszeitung - Offizielle Fotos zeigen chinesischen Tennis-Star Peng bei Turnier in Peking

Offizielle Fotos zeigen chinesischen Tennis-Star Peng bei Turnier in Peking


Offizielle Fotos zeigen chinesischen Tennis-Star Peng bei Turnier in Peking
Offizielle Fotos zeigen chinesischen Tennis-Star Peng bei Turnier in Peking / Foto: ©

Erstmals seit fast drei Wochen hat die chinesische Tennis-Spielerin Peng Shuai sich offenbar wieder einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Laut offiziellen Fotos der China Open nahm Peng am Sonntag an einem Tennis-Turnier in Peking teil. Das mysteriöse Verschwinden Pengs aus der Öffentlichkeit hatte international für Furore gesorgt. Zuletzt war der Druck auf China gestiegen, Belege für ihren Verbleib und ihre Sicherheit zu liefern.

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Auf den im offiziellen Kanal der China Open im Onlinedienst Weibo veröffentlichten Fotos ist Peng in einer dunkelblauen Sportjacke und einer weißen Jogginghose beim Finale eines Kinder-Tennis-Turniers zu sehen.

Auch Vertreter chinesischer Staatsmedien veröffentlichten Aufnahmen von der Veranstaltung, auf denen Peng angeblich zu sehen ist. Der Herausgeber der "Global Times", Hu Xijin, veröffentlichte ein Video, das eine Gruppe von Stadiongästen zeigt, deren Namen unter tosendem Applaus per Lautsprecher durchgesagt werden. Unter diesen Gästen ist auch Peng. Ein weiteres Video zeigt Peng bei einer Autogrammstunde im selben Stadion.

Hu hatte bereits am Samstag zwei Videos von Peng veröffentlicht. Eines davon zeigte sie angeblich beim Abendessen mit ihrem Trainer und zwei Freundinnen. Es sei eindeutig, dass es "am Samstag Pekinger Zeit aufgenommen wurde". Tatsächlich sagt ein Mann während der Unterhaltung, "morgen ist der 20. November" - wird aber von einer Frau sofort korrigiert, dass dann der 21. November sei - und damit Sonntag. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Echtheit der Videos nicht überprüfen. Die Unterhaltung wirkt allerdings inszeniert.

Peng war nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden, nachdem sie am 2. November im Onlinedienst Weibo Vorwürfe gegen den ranghohen kommunistischen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben hatte. Dem heute über 70-jährigen Ex-Vize-Ministerpräsidenten warf die 35-jährige frühere Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open vor, sie in der Vergangenheit zum Sex gezwungen zu haben. Peng und Zhang hatten über Jahre eine Beziehung mit vielen Unterbrechungen geführt.

Pengs Vorwürfe gegen Zhang waren von den chinesischen Zensurbehörden rasch aus den Online-Diensten entfernt worden. International wurden die Sorgen um die Sicherheit der Tennis-Spielerin zuletzt immer lauter. Nach den USA und Frankreich forderte auch Großbritannien die chinesische Regierung am Samstag auf, "nachprüfbare Belege" für die "Sicherheit und den Verbleib" Pengs zu liefern. Ähnlich hatte sich das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte geäußert.

Auch internationale Tennis-Stars wie Serena Williams, Naomi Osaka, Novak Djokovic und zuletzt Roger Federer zeigten sich besorgt um ihre Spieler-Kollegin. Der Chef der Damen-Tennis-Organisation WTA, Steve Simon, hatte sogar mit einem Ende von Wettkämpfen in China gedroht, sollte das Wohlergehen Pengs nicht sichergestellt werden.

Das Video von Pengs Abendessen mit ihrem Trainer und Freundinnen bezeichnete Simon als "unzureichend". Es sei weiter unklar, ob Peng "frei und in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen und ohne Zwang oder äußere Einmischung zu handeln", erklärte er. "Ich habe deutlich gemacht, was geschehen muss." Die Beziehungen seines Verbands zu China befänden sich an einem "Scheideweg".

Die chinesische Regierung hat es wiederholt abgelehnt, im Fall Peng Stellung zu beziehen. Pengs Vorwürfe gegen Zhang markierten eine Wende im öffentlichen Umgang mit sexuellem Missbrauch durch mächtige Männer in China. Die Me-Too-Bewegung hatte bis dahin die oberste politische Ebene der Volksrepublik noch nicht erreicht. Die meisten Chinesen dürften von Pengs Vorwürfen allerdings nichts erfahren haben. Zwar hatten Internetnutzer Screenshots von Pengs entsprechendem Weibo-Beitrag gemacht. Auch diese wurden aber von den Zensurbehörden gelöscht.

(W.Novokshonov--DTZ)

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