Deutsche Tageszeitung - Dutzende Festnahmen bei Corona-Protesten in Niederlanden am Wochenende

Dutzende Festnahmen bei Corona-Protesten in Niederlanden am Wochenende


Dutzende Festnahmen bei Corona-Protesten in Niederlanden am Wochenende
Dutzende Festnahmen bei Corona-Protesten in Niederlanden am Wochenende / Foto: ©

Bei den Protesten gegen die Corona-Auflagen in den Niederlanden hat die Polizei am Wochenende dutzende Randalierer festgenommen. Wie Polizei und örtliche Medien berichteten, kam es am Sonntagabend die dritte Nacht in Folge zu Ausschreitungen in zahlreichen Städten. Insgesamt nahm die Polizei seit Freitag 145 Demonstranten fest. Die Demonstranten warfen unter anderem Feuerwerkskörper auf die Polizei und legten Brände.

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In Rosendaal nahe der belgischen Grenze wurden laut Polizeiangaben 15 Menschen festgenommen, nachdem Demonstranten ein Feuer in einer Grundschule gelegt sowie ein Auto angezündet hatten. Das Feuer in der Schule ist Medienberichten zufolge inzwischen wieder gelöscht.

In Enschede nahe der deutschen Grenze wurden nach Angaben der Polizei fünf Menschen wegen Aufrufs zur Gewalt festgenommen. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand aus. Die Polizei forderte die Demonstranten über Twitter auf, nach Hause zu gehen. In Groningen zogen am Sonntagabend mehrere "kleine Gruppen" randalierend durch die Stadt, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Bereitschaftspolizei war im Einsatz.

In Leeuwarden musste ein Fußballspiel unterbrochen werden, nachdem Fans, die wegen der Corona-Auflagen nicht ins Stadion durften, Feuerwerkskörper geworfen hatten. In Rotterdam nahm die Polizei bei einem Spiel 26 Menschen fest, nachdem Fans in der Halbzeitpause Feuerwerkskörper, Mülltonnen und eine Leitplanke auf die Beamten geworfen hatten.

In den Niederlanden gilt wegen steigender Corona-Infektionszahlen seit einer Woche wieder ein Teil-Lockdown. Die Bürger dürfen sich nur mit maximal vier weiteren Menschen in ihren Wohnungen treffen, Arbeitnehmer sollen möglichst im Homeoffice arbeiten. Geschäfte müssen früher schließen. Außerdem ist eine 2G-Regelung für manche Orte in Planung. Damit hätten dort nur noch gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene Zutritt.

Gegen diese Maßnahmen gingen zahlreiche Menschen seit Freitag auf die Straßen. Am Freitagabend hatte die Polizei in Rotterdam während der Krawalle das Feuer eröffnet, vier Menschen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft durch die Polizeikugeln verletzt. Bis Sonntag ging die Intensität der Gewalt allerdings zurück.

Auch im Nachbarland Belgien gingen am Sonntag zehntausende Demonstranten gegen die neuen Corona-Auflagen auf die Straße. Nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP verliefen die Proteste zunächst friedlich, später kam es aber nahe des Regierungsviertels zu Krawallen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, die Gegenstände auf Beamte warfen, Holzpaletten anzündeten und Polizeifahrzeuge angriffen. Wie die Nachrichtenagentur Belga von der Polizei erfuhr, wurden drei Beamte verletzt.

Insgesamt nahmen nach Polizeiangaben rund 35.000 Menschen an der Demonstration in der belgischen Hauptstadt teil. Sie protestierten gegen die am Mittwoch von der Regierung verkündete Verschärfung der Corona-Regeln. Ihr Zorn richtete sich vor allem dagegen, dass Ungeimpfte nicht mehr in Restaurants und Bars dürfen.

(P.Tomczyk--DTZ)

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