Deutsche Tageszeitung - Aerosol-Forscher kritisieren Absage von Weihnachtsmärkten

Aerosol-Forscher kritisieren Absage von Weihnachtsmärkten


Aerosol-Forscher kritisieren Absage von Weihnachtsmärkten
Aerosol-Forscher kritisieren Absage von Weihnachtsmärkten / Foto: ©

Nach der Absage von Weihnachtsmärkten in mehreren Bundesländern haben Aerosol-Forscher die Entscheidungen kritisiert. "Aus aerosolphysikalischer Sicht macht ein Verbot von Weihnachtsmärkten absolut keinen Sinn. Im Freien finden nur sehr wenige Ansteckungen statt", sagte der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosolmedizin, Gerhard Scheuch, der "Welt" (Mittwochsausgabe).

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Ähnlich äußerte sich der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach. "Ich halte die Öffnung von Weihnachtsmärkten, auf denen ausreichend Abstand gehalten werden kann, für vertretbar. Ich befürchte, dass eine generelle Schließung verstärkt dazu führt, dass die Menschen sich im privaten Umfeld in Innenräumen treffen, was das Infektionsrisiko deutlich erhöht", sagte er der "Welt".

Die beiden Wissenschaftler kritisierten auch nächtliche Ausgangssperren für Ungeimpfte, die in einigen Bundesländern eingeführt wurden. "Dies suggeriert, dass draußen die Gefahren lauern, das Gegenteil ist aber der Fall", sagte Scheuch. "Ausgangssperren sind absolut kontraproduktiv." Asbach hält die Effizienz von Ausgangssperren für "sehr umstritten". Wichtig sei die Kontaktvermeidung in Innenbereichen, für Ungeimpfte gelte dies aufgrund der stärkeren Gefährdung umso stärker.

Die beiden Forscher sprachen sich auch gegen eine allgemeine Maskenpflicht im Freien aus. Eine solche Regelung sei "Aktionismus und hat - wenn überhaupt - eher erzieherischen Charakter". Wichtig sei die Maske im Freien nur dort, wo Menschen über einen längeren Zeitraum nahe zusammenstehen.

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen sprach sich hingegen mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft für eine Maskenpflicht in den Innenstädten aus. "Eine Maske beim Einkaufen in den Innenstädten zu tragen ist angesichts rasant steigender Corona-Zahlen sinnvoll", sagte Städtetags-Geschäftsführer Helmut Dedy der "Rheinischen Post". "Dort, wo es eng wird, sind Städte gut beraten, eine Maskenpflicht einzuführen."

Der Handelsverband in NRW zeigte sich für einen solchen Schritt offen. Hauptgeschäftsführer Peter Achten sagte der "Rheinischen Post", die Maskenpflicht im Einzelhandel müsse auf jeden Fall beibehalten werden. "Und wenn das zur Eindämmung der pandemischen Lage beiträgt, sind wir auch für eine Maskenpflicht im Freien in den Innenstädten."

(W.Novokshonov--DTZ)

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