Deutsche Tageszeitung - Totgeborenes Baby von Migrantin im polnischen Grenzgebiet beerdigt

Totgeborenes Baby von Migrantin im polnischen Grenzgebiet beerdigt


Totgeborenes Baby von Migrantin im polnischen Grenzgebiet beerdigt
Totgeborenes Baby von Migrantin im polnischen Grenzgebiet beerdigt / Foto: ©

Im polnischen Grenzgebiet zu Belarus ist am Dienstag der totgeborene Säugling einer irakischen Migrantin beerdigt worden. Der 27 Wochen alte Fötus wurde in einem kleinen weißen Sarg auf einem muslimischen Friedhof im ostpolnischen Bohoniki beigesetzt. Insgesamt starben im Flüchtlingsstreit zwischen der EU und Belarus seit Sommer mindestens elf Menschen auf beiden Seiten der Grenze.

Textgröße ändern:

Auf dem Friedhof der muslimischen Gemeinde von Bohoniki sind bereits drei der gestorbenen Migranten beerdigt worden. "Diese Menschen haben ihr Zuhause, ihr Land nicht verlassen, um eine Urlaubsreise zu machen, sondern um ein besseres Leben zu finden", sagte Imam Ali Aleksander Bazarewicz während der Beisetzung.

Die Eltern des Babys nahmen an der Beerdigung nicht teil. Die Mutter liegt in einem Krankenhaus der Region, ihr Zustand ist ernst. Der Vater und die fünf Kinder sind in einem Flüchtlingszentrum im polnischen Bialystok untergebracht.

Polnische freiwillige Helfer waren Mitte November in der Nähe des Dorfes Narewka auf die Familie gestoßen. "Die Kinder saßen ruhig und still neben ihrer Mutter, die nicht aufhören konnte zu schreien. Ihr Vater rang die Hände und bat um Hilfe", berichtete der Helfer Piotr Matecki der Tageszeitung "Gazeta Wyborcza". Die Frau habe seit zwei Tagen gelitten, Wasser erbrochen und nichts essen können. Im Krankenhaus stellten die Ärzte den Tod des Fötus fest.

Brüssel wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, als Vergeltung für EU-Sanktionen Migranten überwiegend aus dem Nahen Osten gezielt an die Grenze zu Polen zu schleusen. Im Grenzgebiet sitzen die Migranten fest zwischen den polnischen Sicherheitskräften, die sie nicht ins Land lassen, und belarussischen Polizisten, die sie an der Umkehr hindern.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Mehr als 100 israelische Siedler attackieren Dorf im Westjordanland

Mehr als 100 israelische Siedler haben am Dienstag ein Dorf im besetzten Westjordanland attackiert. Bei dem Angriff auf das Dorf Dschalud im Norden des Palästinensergebiets wurden nach Angaben der israelischen Armee zwei Häuser in Brand gesetzt und drei israelische Polizisten verletzt. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen festgenommen und zwei Minderjährige zum Verhör mitgenommen.

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Textgröße ändern: