Deutsche Tageszeitung - Untersuchungsbericht beklagt "sexistische Kultur" in australischem Parlament

Untersuchungsbericht beklagt "sexistische Kultur" in australischem Parlament


Untersuchungsbericht beklagt "sexistische Kultur" in australischem Parlament
Untersuchungsbericht beklagt "sexistische Kultur" in australischem Parlament / Foto: ©

Jeder dritte Politiker oder Mitarbeiter im australischen Parlament hat dort bereits sexuelle Belästigung erlebt - in den meisten Fällen handelt es sich um weibliche Betroffene. Das ist das Ergebnis einer siebenmonatigen Untersuchung, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Zuletzt waren immer mehr Vorwürfe über Belästigungen und eine mutmaßliche Vergewaltigung im australischen Parlament bekannt geworden. Die Rede ist von einer "sexistischen Kultur" in der Volksvertretung.

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Eine der insgesamt 1700 Befragten schilderte in dem Bericht eine von Männern bestimmte Kultur: "Angehende männliche Politiker, die sich zum Beispiel nichts dabei dachten, dich in den Arm zu nehmen, dich auf die Lippen zu küssen, dich hochzuheben, dich zu berühren, dir einen Klaps auf den Hintern zu geben, Kommentare über dein Aussehen zu machen."

Die Grünen-Senatorin Sarah Hanson-Young bezeichnete die Untersuchung als eine "vernichtende Entlarvung der sexistischen Kultur und der Belästigung in der Politik". "Die Statistiken und Kommentare sind schockierend, aber für viele Frauen hier sind sie nicht überraschend und stimmen mit unseren eigenen Erfahrungen überein", erklärte sie.

Die australische Politik ist in den vergangenen Jahren mehrfach von Skandalen wegen Mobbings und sexueller Belästigung von Frauen erschüttert worden. Kritiker sprechen von einem "toxischen" Arbeitsklima im Parlament. Der regierenden konservativen Koalition wurde vorgeworfen, ein "Frauenproblem" zu haben.

Im Februar hatte die ehemalige Regierungsmitarbeiterin Brittany Higgins öffentlich Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen ehemaligen Kollegen in einem Abgeordnetenbüro erhoben. Higgins begrüßte am Dienstag den Bericht und dankte "den vielen mutigen Menschen, die ihre Geschichten geteilt haben, die zu dieser Untersuchung beigetragen haben".

(P.Tomczyk--DTZ)

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