Deutsche Tageszeitung - WTA will wegen Fall Peng Shuai Tennis-Turniere in China aussetzen

WTA will wegen Fall Peng Shuai Tennis-Turniere in China aussetzen


WTA will wegen Fall Peng Shuai Tennis-Turniere in China aussetzen
WTA will wegen Fall Peng Shuai Tennis-Turniere in China aussetzen / Foto: ©

Die Damen-Tennis-Organisation WTA will wegen des Falls der zeitweise aus der Öffentlichkeit verschwundenen chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai vorerst keine Turniere mehr in China ausrichten. Er könne die Sportler nicht "mit gutem Gewissen" bitten, dort an Turnieren teilzunehmen, erklärte Verbandschef Steven Simon am Mittwoch. "Peng Shuai darf nicht frei kommunizieren und wurde anscheinend unter Druck gesetzt, um ihre Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs zurückzunehmen."

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Simon erklärte weiter: "Ich hoffe, dass die führenden Politiker der Welt sich weiterhin dafür einsetzen, dass Peng und allen Frauen Gerechtigkeit widerfährt, unabhängig von den finanziellen Folgen." Die Aussetzung der Wettkämpfe betrifft auch die Sonderverwaltungszone Hongkong.

Bis zum Jahresende waren keine WTA-Turniere in China geplant. Der Kalender für 2022 wurde noch nicht veröffentlicht. In der Saison 2019 - der letzten, die nicht von Covid-19 betroffen war - waren zehn Turniere in China ausgetragen worden. Darunter waren auch die Frauen-Masters, die mit 14 Millionen US-Dollar Preisgeldern finanziell besser ausgestattet waren als ihre männlichen Pendants.

Die Nummer Eins im Tennis der Männer, Novak Djokovic, lobte die Entscheidung: "Ich unterstütze die Position der WTA voll und ganz, weil wir nicht genug Informationen über Shuai Peng haben", sagte er in Madrid. Auch Billie Jean King, die zwölffache Grand-Slam-Siegerin im Einzel, begrüßte den Schritt. Sie "applaudiere" der WTA-Führung dafür, "dass sie eine starke Position zur Verteidigung der Menschenrechte in China und auf der ganzen Welt eingenommen haben", schrieb sie auf Twitter.

Nach wachsendem internationalem Druck tauchten über staatliche Medien veröffentlichte Aufnahmen auf, die Peng in einem Restaurant sowie bei einem Tennisturnier in Peking zeigten. Am Sonntag führte sie nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ein halbstündiges Videotelefonat mit dessen Präsident Thomas Bach.

Unter anderem die WTA beruhigte dies jedoch nicht. WTA-Chef Simon gab an, er habe zwei E-Mails von Peng erhalten, in denen die "Antworten eindeutig von anderen beeinflusst waren". Am Mittwoch sagte er: "Auch wenn wir jetzt wissen, wo Peng ist, habe ich ernsthafte Zweifel daran, dass sie frei und sicher ist und nicht der Zensur, Nötigung oder Einschüchterung unterliegt". Er bedaure, dass Peking nicht "glaubwürdig gehandelt" habe.

Auch das IOC erntete heftige Kritik von Menschenrechtsaktivisten und US-Sportverbänden. Peking richtet im Februar die Olympischen Winterspiele aus. Die chinesische Regierung bezog in der Sache bislang keine Stellung zu dem Fall und wies die Aufregung darum als "absichtlich und böswillig" aufgebauscht zurück.

(U.Beriyev--DTZ)

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