Deutsche Tageszeitung - Biden will "starke Beziehungen" zu Deutschland unter Scholz weiter ausbauen

Biden will "starke Beziehungen" zu Deutschland unter Scholz weiter ausbauen


Biden will "starke Beziehungen" zu Deutschland unter Scholz weiter ausbauen
Biden will "starke Beziehungen" zu Deutschland unter Scholz weiter ausbauen / Foto: ©

Glückwünsche für den neuen Bundeskanzler, Abschiedsworte an die "ewige" Kanzlerin: Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben Olaf Scholz (SPD) zu seinem Amtsantritt am Mittwoch gratuliert und sich zur künftigen Zusammenarbeit mit Deutschland geäußert. US-Präsident Joe Biden versprach, die "starken Beziehungen" auszubauen, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron erklärte auf Twitter: "Das nächste Kapitel werden wir zusammen schreiben." Großbritanniens Premierminister Boris Johnson lobte derweil die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als eine "Titanin der internationalen Diplomatie".

Textgröße ändern:

"Herzlichen Glückwunsch", schrieb der konservative britische Regierungschef am Mittwoch an Scholz gewandt auf Englisch und auf Deutsch auf Twitter. "Deutschland und das Vereinigte Königreich sind enge Freunde und zuverlässige Verbündete, und ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit in den kommenden Jahren."

Sein Respekt gelte Merkels "16-jährigem Dienst als Bundeskanzlerin Deutschlands", fügte Johnson hinzu. "Mit Sicherheit" habe kein anderer europäischer Regierungschef in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen größeren Beitrag zur Weltpolitik geleistet als Merkel.

Sehr herzlich fiel die Begrüßung für Scholz von Macron aus: "Das nächste Kapitel werden wir zusammen schreiben. Für die Franzosen, für die Deutschen, für die Europäer", schrieb Macron auf Twitter. "Wir sehen uns am Freitag!", fügte er hinzu. Scholz wird am Freitag zum Mittagessen im Elysée-Palast erwartet. Es wird der erste Auslandsbesuch des Kanzlers nach der Amtsübernahme sein.

An Merkel gerichtet schrieb Macron: "Danke, dass du die Lehren der Geschichte nie vergessen und so viel für und mit uns getan hast, um Europa voranzubringen." Dazu veröffentlichte er ein Video, das einige ihrer besten gemeinsamen Momente zeigt.

US-Präsident Biden versprach, die "starken Beziehungen zwischen unseren beiden Nationen weiter auszubauen", wie seine stellvertretende Pressesprecherin Karine Jean-Pierre am Mittwoch vor Reportern sagte. Es gebe keinen unmittelbaren Plan für ein Gespräch zwischen Biden und Scholz, aber "der Präsident freut sich darauf, mit dem Kanzler zu sprechen".

Peking und Moskau hingegen machten deutlich, dass sie sich einen Richtungswechsel von der neuen Regierung unter Scholz erhoffen. Chinas Regierung strebe ein "neues Niveau" der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit an. "China ist bereit, das gegenseitige politische Vertrauen zu festigen und zu vertiefen, und den Austausch und die Zusammenarbeit mit Deutschland in verschiedenen Bereichen auszubauen", sagte Präsident Xi Jinping am Mittwoch nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Er gratulierte Scholz zu seiner Wahl zum Bundeskanzler und erinnerte daran, dass beide Länder in der Vergangenheit trotz Differenzen "nach Gemeinsamkeiten gesucht" hätten.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, er freue sich auf "die Aufnahme eines konstruktiven Dialogs" mit Scholz. Dies würde "zweifellos den grundlegenden Interessen von Russen und Deutschen entsprechen und zur Stärkung der Stabilität und Sicherheit auf regionaler und globaler Ebene beitragen", fügte er hinzu. Nach Angaben von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow setzt Russland darauf, "dass die deutsche Seite weiterhin den Standpunkt vertritt, dass es keine Alternative zum Dialog gibt, um selbst die schwierigsten Differenzen zu überwinden".

Für die neue Ampel-Regierung zählt der Umgang mit den Großmächten China und Russland zu den größten außenpolitischen Herausforderungen. China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Differenzen gibt es aber regelmäßig in Demokratie- und Menschenrechtsfragen. Die Beziehungen des Westens zu Russland sind seit längerem auf einem Tiefpunkt, derzeit steht vor allem der Ukraine-Konflikt im Vordergrund.

Scholz und seine Minister und Ministerinnen von SPD, Grünen und FDP sind seit Mittwoch im Amt. Zunächst war Scholz am Vormittag im Bundestag zum Nachfolger von Bundeskanzlerin Merkel gewählt worden. Anschließend erhielt er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Ernennungsurkunde.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Bericht: Fast jeder zweite Rentner muss Steuern nachzahlen

Fast jeder zweite Rentner in Deutschland muss nach der Steuererklärung Geld an das Finanzamt überweisen. Einer Auswertung des Steuererklärungsanbieters smartsteuer zufolge, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben) vorlag, mussten rund 41 Prozent der ausgewerteten Rentner Steuern nachzahlen. Im Durchschnitt waren 1326 Euro fällig. In der Hälfte aller Fälle lag die Nachzahlung allerdings bei höchstens 499 Euro.

Vergewaltigungsvorwürfe: US-Demokraten nominieren neuen Kandidaten für Senatssitz

Die Demokratische Partei im US-Bundesstaat Maine hat einen neuen Senatskandidaten bestimmt, nachdem sich der ursprüngliche Kandidat Graham Platner nach Vergewaltigungsvorwürfen aus dem Rennen zurückgezogen hatte. Die Delegierten auf einem Nominierungsparteitag stimmten am Samstag (Ortszeit) für den früheren Präsidenten des Senats von Maine, Troy Jackson. Er soll nun gegen die republikanische Amtsinhaberin Susan Collins antreten.

Bolsonaro-Sohn Flávio zum Präsidentschaftskandidaten in Brasilien gekürt

Der Sohn von Brasiliens ultrarechtem Ex-Staatschef Jair Bolsonaro, Flávio Bolsonaro, ist offiziell zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Oktober gekürt worden. Der Senator wurde am Samstag beim Parteitag seiner rechtsgerichteten Liberalen Partei in São Paulo zum Herausforderer des linken Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva ernannt. "Hier fließt das Blut von Bolsonaro", sagte der 45-Jährige und schlug sich dabei auf den Arm.

Mindestens 20 Tote bei gegenseitigen Angriffen Russlands und der Ukraine

Bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands sind in beiden Ländern insgesamt mindestens 20 Menschen getötet worden. Russische Behörden meldeten am Samstag zwölf Tote im russisch besetzten Teil Saporischschjas sowie drei weitere Tote in anderen Regionen. Von ukrainischer Seite wurden insgesamt fünf Todesopfer gemeldet. Die Ukraine griff zudem eine Ölraffinerie in Sibirien an. Derweil rief Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew Kremlchef Wladimir Putin zu einem Stopp der Kämpfe auf.

Textgröße ändern: