Deutsche Tageszeitung - Aachener Karlspreis 2022 geht an drei belarussische Bürgerrechtlerinnen

Aachener Karlspreis 2022 geht an drei belarussische Bürgerrechtlerinnen


Aachener Karlspreis 2022 geht an drei belarussische Bürgerrechtlerinnen
Aachener Karlspreis 2022 geht an drei belarussische Bürgerrechtlerinnen / Foto: ©

Der Aachener Karlspreis 2022 geht an die drei belarussischen Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Weronika Zepkalo. Die Preisträgerinnen würden für ihren "mutigen Einsatz für Freiheit, für Demokratie, für die Aufrechterhaltung der Menschenrechte und damit die europäischen Werte" geehrt, sagte der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Jürgen Linden, am Freitag in Aachen. Sie seien ein "einmaliges Vorbild" gegen Diktatur, Unterdrückung und einen Unrechtsstaat.

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Das Direktorium des Karlspreises verbinde die Ehrung mit einem "politischen Aufruf von uns an alle politischen Entscheidungsträger", sich für die innerbelarussischen Verhältnisse einzusetzen - und auch dafür, dass ungerechtfertigt Inhaftierte, darunter Kolesnikowa, endlich freigelassen werden, sagte Lindner.

Das Kämpferische der Frauen sollte auch viele der politischen Verantwortungsträger in Europa erinnern, "sich mehr um Belarus zu kümmern und sich dafür einzusetzen, dass dort endlich demokratischere Strukturen entstehen". Die Wahl der Preisträgerinnen sei damit ein "Aufruf an die manchmal ermüdende europäische Gesellschaft, sich wieder dieser europäischen Werte zu erinnern und tatkräftiger dafür einzutreten", sagte Lindner. Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (parteilos) betonte, der Karlspreis werde damit "ein Stück weit zu einem politischen Preis" gemacht.

Der Karlspreis wird am dem 26. Mai 2022 im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen. Mit dem internationalen Karlspreis zu Aachen werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient machten. Zu den prominentesten Preisträgern zählen Papst Franziskus und der französische Präsident Emmanuel Macron. Mit pandemiebedingt einjähriger Verspätung wurde erst im Oktober der jüngste Preis an den rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis verliehen.

(A.Nikiforov--DTZ)

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