Deutsche Tageszeitung - Demonstrationen von Anhängern und Gegnern Saieds in Tunis

Demonstrationen von Anhängern und Gegnern Saieds in Tunis


Demonstrationen von Anhängern und Gegnern Saieds in Tunis
Demonstrationen von Anhängern und Gegnern Saieds in Tunis / Foto: ©

In Tunis sind am Freitag Anhänger und Gegner von Präsident Kais Saied auf die Straße gegangen. Mehrere hundert Demonstranten protestierten gegen den "Staatsstreich", mit dem Saied an die Macht gelangt sei. Die Anhänger des Staatschefs waren in der Minderzahl. Sie schwenkten vor dem Theater der tunesischen Hauptstadt eine riesige algerische Flagge. Der algerische Präsident Abdelmajjid Tebboune hatte, bevor er in diesem Monat nach Tunesien reiste, einen Kredit von umgerechnet fast 265 Millionen Euro zugesagt.

Textgröße ändern:

Die Gegner Saieds wurden von der Polizei nach Berichten von Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP zwischen einem Bahnhof und dem Stadtzentrum aufgehalten. Rund einhundert Anhänger Saieds versammelten sich vor dem städtischen Theater auf der zentralen Avenue Bourguiba.

"Freiheiten, Freiheiten, die Zeit des Polizeistaats ist abgelaufen!", riefen die Gegner Saieds. Der Präsident hatte kürzlich per Dekret festgesetzt, dass der 17. Dezember ein Feiertag und der offizielle Beginn der Revolution 2011 sei. Der Straßenverkäufer Mohamed Bouazizi hatte sich am 17. Dezember 2010 aus Protest gegen Armut und Chancenlosigkeit selbst angezündet. Seine Verzweiflungstat löste landesweite Kundgebungen aus, wurde zum Funken für Proteste in der gesamten Region und damit den Beginn des Arabischen Frühlings.

Bouazizis Tod war der Auslöser für Kundgebungen, die am 14. Januar 2011 zum Sturz des langjährigen Machthabers Zine El Abidine Ben Ali führten. Saied hat im Juli sämtliche Vollmachten an sich gerissen, den Regierungschef entlassen und das Parlament zur Untätigkeit verdammt. Außerdem übernahm er die Kontrolle über die Justiz.

Am Montag kündigte er an, das Parlament werde ein weiteres Jahr nicht arbeiten können, am 17. Dezember 2022 solle es Neuwahlen geben. Zuvor will er die Verfassung ändern, die nach seiner Ansicht dem Parlament zu viele Vollmachten überlässt.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Medien: Warken soll Kanzleramtschefin werden, Linnemann neuer Gesundheitsminister

Nach der Nominierung von Kanzleramtschef Thorsten Frei für das Amt des Unionsfraktionschefs soll Medienberichten zufolge Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (beide CDU) neue Kanzleramtschefin werden. An die Spitze des Gesundheitsministeriums soll dann CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann rücken, berichteten am Donnerstag unter anderem die "Bild"-Zeitung und "Spiegel Online". Für die Nachfolge von Linnemann standen laut "Bild" die Bundestagsabgeordneten Franziska Hoppermann und Catarina dos Santos-Wintz zur Debatte.

Rechtsextremer israelischer Minister provoziert mit neuem Besuch auf Jerusalemer Tempelberg

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir hat erneut mit einem Besuch auf dem für Juden wie Muslime heiligen Tempelberg in Jerusalem provoziert. Auf Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP waren am Donnerstag Ben-Gvir und hunderte weitere jüdische Gläubige auf dem Gelände zu sehen, darunter Siedler, die sich bereits in den frühen Morgenstunden dort eingefunden hatten, wo viele von ihnen beteten.

Trump droht Huthi-Miliz "bedeutende militärische Bestrafung" an

US-Präsident Donald Trump hat den Huthi-Rebellen im Jemen nach Angriffen auf saudiarabische Öltanker im Roten Meer militärische Gegenschläge angedroht. Trump schrieb am Donnerstag auf seiner Onlineplattform Truth Social, er sei "sehr enttäuscht" über die mit dem Iran verbündete Miliz. Sollten die Huthis erneut Öltanker angreifen, werde ihnen und auch dem Iran eine "bedeutende militärische Bestrafung" auferlegt.

Unionsfraktion sieht Frei vor Herausforderungen bei Zusammenhalt der Koalition

Nach der Nominierung von Thorsten Frei (CDU) für das Amt des Unionsfraktionschefs werden von unterschiedlicher Seite Erwartungen an seine künftige Rolle für die Arbeit der Koalition geäußert. Der Vorsitzende von Freis baden-württembergischer CDU-Landesgruppe im Bundestag, Felix Schreiner, sieht den bisherigen Kanzleramtsminister vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Zurückhaltend äußerte sich am Donnerstag SPD-Fraktionsvize Armand Zorn.

Textgröße ändern: