Deutsche Tageszeitung - Äthiopische Rebellen verkünden Rückzug Richtung Tigray

Äthiopische Rebellen verkünden Rückzug Richtung Tigray


Äthiopische Rebellen verkünden Rückzug Richtung Tigray
Äthiopische Rebellen verkünden Rückzug Richtung Tigray / Foto: ©

Die Aufständischen in Äthiopien haben ihren Rückzug Richtung Norden verkündet. "Wir wollen die Tür für humanitäre Hilfe öffnen", sagte der Sprecher der Rebellengruppe TPLF, Getachew Reda, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Daher würden sich die Rebellen aus den nördlichen Gebieten Amhara und Afar zurückziehen.

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Bislang hatten die Rebellen erklärt, das Beharren der Regierung auf ihren Rückzug aus Afar und Amhara mache den Beginn von Verhandlungen unmöglich. Die Sprecherin de äthiopischen Regierungschefs Abiy Ahmed, Billene Seyoum, vertrat die Ansicht, die jüngste Ankündigung der Rebellen diene der Vertuschung militärischer Niederlagen.

"Die TPLF hat in den vergangenen Wochen schwere Niederlagen erlitten", sagte Seyoum. Daher erkläre die Gruppe nun einen "strategischen Rückzug". Es gebe aber weiterhin Rückzugsgebiete der TPLF in Amhara. Auch an "anderen Fronten" versuchten die Rebellen, den Konflikt erneut anzufachen.

Der UN-Menschenrechtsrat hatte am Freitag eine internationale Untersuchung zu möglichen Menschenrechtsverletzungen in dem Konflikt in Äthiopien beschlossen. Seit Oktober hatten beide Seiten in dem Konflikt erhebliche Geländegewinne für sich beansprucht. Zeitweise erklärte die TPLF, sie stehe nur noch 200 Kilometer vor der Hauptstadt Addis Abeba.

Es gibt kaum Kommunikationsverbindungen in das Konfliktgebiet, der Zugang für Journalisten ist beschränkt.

Die Menschenrechtsgruppen Amnesty International und Human Rights Watch beklagten in der vergangenen Woche, dass in der Region Amhara Zivilisten gefoltert und willkürlich verhaftet würden.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen beklagten, dass es durch bürokratische Hemmnisse unmöglich gemacht werde, den Menschen in Amhara zu Hilfe zu kommen. Rund 400.000 Menschen sollen dort vor dem Verhungern sein.

Der Konflikt zwischen der Regierung in Addis Abeba und der TPLF hatte im November 2020 mit einer Offensive der Regierungstruppen in Tigray begonnen. Seither wurden tausende Menschen getötet und mehr als zwei Millionen weitere vertrieben. Die Vereinten Nationen werfen allen Konfliktparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen benötigen 9,4 Millionen Menschen Lebensmittelhilfe.

(M.Dylatov--DTZ)

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