Deutsche Tageszeitung - Auch für Geimpfte: Ab 28. Dezember Beschränkungen

Auch für Geimpfte: Ab 28. Dezember Beschränkungen


Auch für Geimpfte: Ab 28. Dezember Beschränkungen
Auch für Geimpfte: Ab 28. Dezember Beschränkungen / Foto: ©

Wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante gelten spätestens nach Weihnachten auch für Geimpfte und Genesene Kontaktbeschränkungen in ganz Deutschland. Bund und Länder einigten sich am Dienstag auf eine Obergrenze von zehn Menschen bei privaten Zusammenkünften. Großveranstaltungen wie Spiele der Fußball-Bundesliga dürfen dann nur noch ohne Publikum stattfinden. Bundeskanzler Olaf Scholz SPD) sagte mit Blick auf die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante: "Es droht nun bereits die Welle fünf." Einigen Ländern gehen die Beschlüsse nicht weit genug.
 
Für Ungeimpfte sollen die bestehenden strengeren Regeln nach den Worten von Scholz weiter gelten. Es dürfen sich demnach lediglich die Angehörigen des eigenen Haushalts sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes treffen. Auch gelten die Einschränkungen für Ungeimpfte im öffentlichen Leben weiter.
 
Die Kontaktbeschränkungen für Geimpfte treten bundesweit spätestens am 28. Dezember in Kraft. Die Länder können sie aber bereits früher einführen, wie Berlins neue Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sagte. So gilt die Zehn-Personen-Obergrenze etwa in Hamburg bereits ab dem 24. Dezember.
  
Scholz verteidigte das Inkrafttreten bis zum 28. Dezember. Die Erfahrungen der Corona-Pandemie hätten gezeigt, dass Weihnachten und Ostern auch wegen der Verhaltensweise der Bürger keine großen Treiber der Pandemie gewesen seien.
 
Zuvor hatte das Robert-Koch-Institut für sofortige "maximale Kontaktbeschränkungen" plädiert. Dem folgten die Länder aber ebensowenig wie der RKI-Empfehlung zur Schließung der Gastronomie. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kritisierte wegen des kurz vor dem Spitzengespräch bekannt gewordenen RKI-Papiers eine chaotische Informationslage des Bundes. Dies habe zu Verunsicherung geführt, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz.
 
Deutlich warnte Scholz aber vor großen Silvesterpartys. Die Beschränkung von Treffen auf maximal zehn Personen gelte natürlich "insbesondere im Hinblick auf Silvester. Es ist deshalb derzeit nicht mehr die Zeit für Partys und gesellige Abende in großer Runde." Am 7. Januar wollen sich Scholz und die Ministerpräsidenten das nächste Mal treffen.
 
Bis Ende Januar sollen 30 Millionen weitere Booster-Impfungen verabreicht werden. Die Bundesländer setzen auf regelmäßige Lieferungen an Impfstoff in den kommenden Wochen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe wöchentlich mindestens zehn Millionen Dosen in Aussicht gestellt, sagte Giffey. "Es ist wichtig, dass es hier eine Verlässlichkeit gibt", sagte sie.
 
Die Länder Baden-Württemberg und Sachsen kritisierten in einer Protokollnotiz, die Beschlüsse seien "nicht weitgehend genug". Sie "gewährleisten keine ausreichende Handlungsfähigkeit, um schnell auf eine sich zuspitzende Lage reagieren zu können".
 
Das CDU-geführte Sachsen und das Grünen-geführte Baden-Württemberg forderten, es müsse wieder der "volle Maßnahmenkatalog" aus dem Infektionsschutzgesetz zur Verfügung stehen. Die "Ampel" hatte diesen Katalog abgeschwächt, großräumige Lockdown-Maßnahmen sind seitdem nicht mehr möglich, solange die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr gilt.
  
Baden-Württemberg forderte in der Protokollnotiz, der Bundestag solle "kurzfristig" die Notlage wieder feststellen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte hierzu, "vor allem, wenn sich die Lage zuspitzt, und danach sieht es aus, fehlen uns die Möglichkeiten."
 
Auch Wüst kritisierte den Verzicht der Ampel auf die Fortgeltung der Notlage als "klaren Fehler". Giffey verteidigte die Entscheidung hingegen. "Ich würde hier nicht von einem klaren Fehler sprechen", sagte sie.   (U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Huthi-Rebellen warnen Schiffe im Roten Meer per Funkspruch vor Angriffen

Nach der Straße von Hormus entwickelt sich die Meerenge von Bab-al-Mandab im Roten Meer zum neuen Krisenpunkt für Frachtschiffe: Die jemenitische Huthi-Miliz richteten per Funkspruch Warnungen an Schiffe in der Region, wie die Internationale Schifffahrtskammer (ICS) mitteilte. Die Huthis hatten am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt.

Noosha Aubel, Potsdam, verwahrloste Grünflächen und marode Straßen: Der Bürger als zahlender Michel?

Noosha Aubel – oder die Frage: Sollte, wer eine Landeshauptstadt führt, nur eine Amtskette tragen? Nein, er hat Führungsverantwortung zu tragen – für Straßen, Grünpflege, Verwaltungsorganisation und erst recht dafür, dass ein zweijähriges, mehrfach schwerstbehindertes Kind nicht zwischen Zuständigkeiten verschwindet. Potsdam verwaltet den Mangel, beschildert den Verfall und verteilt Zuständigkeiten. Die Rechnung geht an den zahlenden Bürger. Der schwerste Vorwurf betrifft jedoch kein Schlagloch und keine braune Grünfläche, sondern ein Kind, dessen gesetzlicher Förderanspruch nach öffentlicher Darstellung seit Monaten praktisch leerläuft.

Streit um Insektengift: Macron lehnt Rücktrittsgesuch von Umweltministerin ab

Die mögliche Wiedereinführung zweier bereits verbotener Insektengifte in Frankreich hat zu einem Rücktrittsversuch der Umweltministerin geführt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe ihr Rücktrittsgesuch aber nicht angenommen, hieß es im Umfeld der Umweltministerin Monique Barbut am Mittwoch. Diese habe aber ihre Ablehnung des am Dienstag verabschiedeten Gesetzes bekräftigt, das den Weg für den Einsatz zweier Mittel frei macht, die Wissenschaftler als umwelt- und gesundheitsschädlich einstufen.

Ryanair bietet wegen Flugsteuer weniger Flüge aus Belgien an

Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, wegen einer Steuererhöhung in Belgien weniger Flüge aus dem deutschen Nachbarland anzubieten. Ryanair werde "fünf Flugzeuge von unserer Basis in Charleroi abziehen", erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Insgesamt würden für den Winter 2026 und den Sommer 2017 zwei Millionen Flugsitze aus den Plänen der beiden Brüsseler Flughäfen Charleroi und Zaventem gestrichen, fügte Ryanair hinzu.