Deutsche Tageszeitung - Erwartetes Urteil gegen Suu Kyi in Myanmar erneut verschoben

Erwartetes Urteil gegen Suu Kyi in Myanmar erneut verschoben


Erwartetes Urteil gegen Suu Kyi in Myanmar erneut verschoben
Erwartetes Urteil gegen Suu Kyi in Myanmar erneut verschoben / Foto: ©

Ein für Montag erwartetes weiteres Urteils gegen die entmachtete De-facto-Regierungschefin von Myanmar, Aung San Suu Kyi, ist erneut verschoben worden. Der Richter am Sondergericht der regierenden Militärjunta in Naypyidaw vertagte die Verhandlung des Falls, in dem Suu Kyi die illegale Einfuhr und der Besitz von Funkgeräten vorgeworfen wird, auf den 10. Januar, wie die Nachrichtenagentur AFP aus gut informierten Kreisen erfuhr.

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Suu Kyi war im Februar nach einem Putsch des Militärs abgesetzt worden. Die nun regierende Junta überzog sie mit einer Reihe von Anschuldigungen. Der Vorwurf wegen der Funkgeräte geht auf eine Hausdurchsuchung während des Putsches zurück. Sicherheitskräfte hatten ihr Haus gestürmt und sie nach Behördenangaben im Besitz illegaler Geräte gefunden.

Nach AFP-Informationen gaben an der Durchsuchung beteiligte Mitglieder der Sicherheitskräfte später zu, dass sie keinen Durchsuchungsbefehl hatten. Dennoch droht der 76-Jährigen in dem Fall eine bis zu drei Jahre lange Haftstrafe. Zusammengenommen droht ihr wegen der verschiedenen Anschuldigungen jahrzehntelange Haft.

Die Friedensnobelpreisträgerin war Anfang Dezember bereits wegen Anstiftung zum Aufruhr gegen das Militär sowie Verstößen gegen Corona-Auflagen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Militärjunta verkürzte die Haftstrafe einige Stunden später auf zwei Jahre. Sie werde die Haft in Hausarrest in der Hauptstadt Naypyidaw verbringen, kündigte Junta-Chef Min Aung Hlaing an.

Durch den Militärputsch im Februar war eine kurze Phase der Demokratisierung Myanmars beendet worden. Seitdem gab es landesweit Proteste, bei deren Niederschlagung mehr als 1300 Menschen getötet und mehr als 10.000 festgenommen wurden.

(U.Beriyev--DTZ)

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