Deutsche Tageszeitung - Britische Regierung will trotz steigender Corona-Zahlen keine neuen Einschränkungen

Britische Regierung will trotz steigender Corona-Zahlen keine neuen Einschränkungen


Britische Regierung will trotz steigender Corona-Zahlen keine neuen Einschränkungen
Britische Regierung will trotz steigender Corona-Zahlen keine neuen Einschränkungen / Foto: ©

Ungeachtet steigender Infektionszahlen will die britische Regierung vorerst keine neuen Corona-Restriktionen verhängen. Das Land müsse "versuchen, mit Covid-19 zu leben", schrieb Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag in einem Beitrag für die Zeitung "Daily Mail". Neue Einschränkungen werde es nur "als absolut letzten Ausweg" geben. Unterdessen fehlt einem Bericht zufolge im Gesundheitssektor fast jeder zehnte Mitarbeiter.

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Großbritannien sieht sich derzeit mit immer neuen Rekordzahlen an Corona-Neuinfektionen konfrontiert. Dies liegt vor allem an der Omikron-Variante des Virus. Am Freitag wurden 189.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden vermeldet. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 steigt seit einiger Zeit wieder an und ist so hoch wie seit März nicht mehr.

Auf den Intensivstationen sei die Zahl der Patienten aber stabil, schrieb Javid. Sie sei noch weit von den Zahlen entfernt, die es vor rund einem Jahr gegeben habe. Dies sei auch auf die massive Impfkampagne im Königreich zurückzuführen. Das Land sei nun "in einer viel stärkeren Position".

Unterdessen fehlten am Freitag mehr als 110.000 Beschäftigte im Gesundheitssektor bei der Arbeit, wie die "Sunday Times" berichtete. Das entspricht fast jedem zehnten Beschäftigten. Demnach war rund die Hälfte davon krank oder musste wegen des Coronavirus in Quarantäne. Die Zahl der fehlenden Krankenhausmitarbeiter hat sich seit Ende November laut Zahlen des staatlichen Gesundheitsdiensts NHS vervielfacht.

Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hatten die englischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag bereits angekündigt, bis zu 4000 zusätzliche Krankenhausbetten bereitzustellen.

Zudem schrieb Bildungsminister Nadim Zahawi in einem Beitrag im "Sunday Telegraph", dass "ein gewisses Maß an Fernunterricht notwendig sein wird", da immer mehr Lehrer und Schüler in Quarantäne müssen. Vor dem Ferienende empfahl er den Schülern außerdem, als "vorübergehende" Maßnahme Masken im Klassenzimmer zu tragen.

Anders als die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland hatte die britische Regierung, die für die Gesundheitspolitik in England zuständig ist, die Corona-Maßnahmen über die Feiertage nicht verschärft. Premierminister Boris Johnson setzt stattdessen auf eine Steigerung der Impfquote. In seiner Silvesterbotschaft hatte er die Menschen aufgerufen, das Impfen "zu ihrem Vorsatz für das neue Jahr zu machen - das ist viel einfacher als abzunehmen oder ein Tagebuch zu führen".

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb am Samstagabend auf Twitter, dass Omikron in Großbritannien zu "sehr vielen" Krankenhauseinweisungen führe. Einweisungen auf die Intensivstation stiegen hingegen langsamer. Eine "Tragödie" sei dort bislang ausgeblieben, weil die Älteren eine "hohe" Impfquote hätten und 75 Prozent geboostert seien. Der Anteil der Geboosterten sei deutlich höher als in Deutschland, weshalb die britische Situation nicht mit der hiesigen vergleichbar sei.

(U.Beriyev--DTZ)

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