Deutsche Tageszeitung - Irans Präsident droht Trump wegen Drohnenangriffs auf Soleimani mit Vergeltung

Irans Präsident droht Trump wegen Drohnenangriffs auf Soleimani mit Vergeltung


Irans Präsident droht Trump wegen Drohnenangriffs auf Soleimani mit Vergeltung
Irans Präsident droht Trump wegen Drohnenangriffs auf Soleimani mit Vergeltung / Foto: ©

Am zweiten Jahrestag des US-Drohnenangriffs auf den iranischen General Kassem Soleimani im Irak hat der iranische Präsident Ebrahim Raisi dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump mit Vergeltung gedroht. "Dem Aggressor und dem Haupt-Mörder, dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, muss Gerechtigkeit und Strafe widerfahren", sagte Raisi am Montag bei einer Gedenkfeier in Teheran vor tausenden Menschen.

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Der iranische Präsident fügte hinzu, für ihn sei es "in Ordnung, wenn der Prozess gegen Herrn Trump, (dessen damaligen Außenminister Mike) Pompeo und andere Verbrecher vor einem fairen Gericht stattfindet, wo ihre schrecklichen Verbrechen behandelt werden und sie Gerechtigkeit für ihre Taten erfahren". Anderenfalls werde er "allen US-Führern sagen, dass ohne Zweifel die Hand der Rache aus dem Ärmel der muslimischen Nation hervorkommen wird".

Raisi würdigte Soleimani bei der Gedenkfeier in der größten Gebetsstätte der iranischen Hauptstadt als Symbol der islamischen Revolution im Iran sowie "des Mutes und der Rationalität".

Das US-Militär hatte am 3. Januar 2020 auf Trumps Anordnung den iranischen General mit einem gezielten Drohnenangriff im Irak getötet. Soleimani hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden befehligt. Washington begründete den Angriff damit, dass Soleimani Anschläge auf US-Einrichtungen geplant habe.

Mit Soleimani starb dessen irakischer Gefolgsmann Abu Mahdi al-Muhandis. Dieser war Nummer zwei des Netzwerks Haschd-al-Schaabi, dessen zehntausende paramilitärische, pro-iranische Kämpfer inzwischen in den irakischen Sicherheitsapparat integriert wurden.

Der Drohnenangriff hatte international Angst vor einer direkten militärischen Konfrontation zwischen den langjährigen Erzfeinden Washington und Teheran geweckt. Der Iran reagierte fünf Tage später mit Raketenbeschuss im Irak auf US-Armeestützpunkte in Ain al-Assad und Erbil. US-Soldaten wurden dabei nicht getötet, nach Angaben aus Washington erlitten aber Dutzende langfristige Hirnverletzungen.

Der Iran erinnert eine ganze Woche lang mit Gedenkfeiern an Soleimani. Auch im Nachbarland Irak fanden Veranstaltungen in Erinnerung an den Drohnenangriff statt. Am Montag nahmen im südirakischen Nadschaf hunderte Menschen an einem Trauermarsch teil, der zu al-Muhandis’ Grab führte.

Der Irak wird immer wieder in den Konflikt zwischen seinem Nachbarn Iran und den USA hineingezogen. In den vergangenen Jahren richteten sich dutzende Raketen- und Drohnenangriffe gegen US-Truppen und deren Interessen im Irak. Die Attacken werden pro-iranischen Gruppierungen im Irak angelastet.

Am Montag fing die US-Armee nach eigenen Angaben zwei bewaffnete Drohnen ab, die gegen Soldaten der Anti-IS-Koalition auf dem Flughafen in Bagdad gerichtet gewesen seien. Schäden entstanden demnach nicht.

Fotos, die die Nachrichtenagentur AFP von einem Vertreter der US-geführten internationalen Truppen im Irak erhielt, deuteten auf einen Racheakt wegen Soleimanis und al-Muhandis’ Tod hin. "Operationen der Rache für die Kommandanten" stand demnach auf einen Metallteil von einem der Geschosse. Zunächst bekannte sich niemand zu den Drohnenangriffen.

(P.Tomczyk--DTZ)

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