Deutsche Tageszeitung - Länder-Gesundheitsminister wollen wegen Omikron kürzere Corona-Quarantäne

Länder-Gesundheitsminister wollen wegen Omikron kürzere Corona-Quarantäne


Länder-Gesundheitsminister wollen wegen Omikron kürzere Corona-Quarantäne
Länder-Gesundheitsminister wollen wegen Omikron kürzere Corona-Quarantäne / Foto: ©

Wegen der sich stark ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus steuert Deutschland auf verkürzte Quarantänevorschriften zu. Die Gesundheitsminister der Länder empfahlen am Mittwoch, die Isolation nach einer Corona-Infektion bei geimpften Beschäftigten in Schlüsselbereichen bereits nach fünf Tagen zu beenden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will für die nächste Bund-Länder-Konferenz am Freitag zudem eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen vorschlagen.

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Wegen drohender Personalengpässe durch hohe Omikron-Fallzahlen müsse die Verordnung zu Ausnahmen von Schutzmaßnahmen "schnellstmöglich angepasst werden", erklärten die Gesundheitsministerkonferenz der Länder. Ihre Vorsitzende, Sachsen-Anhalts Ministerin Petra Grimm-Benne (SPD), verwies darauf dass von der verkürzten Regelung zur Isolierung alle Bereiche erfasst werden sollen, die zur "kritischen Infrastruktur" gehören.

Grimm-Benne nannte Polizei, Feuerwehr, den medizinischen und pflegerischen Bereich sowie der Energie- und Wasserversorgung. Hier solle eine Regelung "zum Zwecke der Arbeitsaufnahme" nach fünf Tagen gelten, Voraussetzung solle ein negativer PCR-Test sein.

Bei symptomfreien engen Kontaktpersonen soll die Quarantäne sieben Tage betragen. Wer nicht geimpft ist, kann die Quarantäne nach dieser Zeit nur bei Vorlage eines negativen PCR-Tests beenden. Menschen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, sollen als enge Kontaktpersonen künftig nicht mehr in Quarantäne müssen. "Da empfehlen die Gesundheitsminister eine regelmäßige Selbsttestung", sagte Grimme-Benne.

Lauterbach spricht sich schon länger für eine kürzere Quarantänedauer aus. Studien zeigten, dass die Generationszeit - also die Phase, in der sich das Coronavirus im Körper ausbreitet und die Phase, in der ein Mensch ansteckend ist - bei Omikron viel kürzer sei, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Mittwoch: "Wir können also bis zu einem gewissen Grad die Quarantänezeit verkürzen, ohne ins Risiko zu gehen."

Endgültig könnten die kürzeren Isolations- und Quarantänezeiten beim Bund-Länder-Treffen am Freitagnachmittag beschlossen werden. Für Lauterbach geht es auch um strengere Kontaktbeschränkungen. "Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen." Auch wenn der Verlauf bei Omikron offenbar milder ist, wird von der Bundesregierung angesichts erwarteter hoher Fallzahlen eine Überlastung der Krankenhäuser nicht ausgeschlossen.

Der Vorsitzende des Corona-Expertenrats, Heyo Kroemer, informierte das Bundeskabinett über die Pandemielage. Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, gibt es "einen breiten Konsens über das, was jetzt zu tun ist". Weder er noch Lauterbach nannten aber Details zu möglichen neuen Corona-Schutzmaßnahmen.

Die Bundesregierung geht laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums derzeit von einem bundesweiten Anteil der Omikron-Variante an den Corona-Infektionen von 25 Prozent aus. In einigen Bundesländern insbesondere im Norden sei Omikron aber schon die dominierende Variante. Es sei deshalb zu erwarten, dass Omikron auch bundesweit "in wenigen Tagen" dominierend sein werde.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) sprach sich für eine Überarbeitung der Quarantäneregeln auch an Schulen aus. Die Ressortchefinnen und -chefs der Länder regten eine Gleichbehandlung der Schulen mit Einrichtungen der wichtigen Infrastruktur an. Dies ginge auch mit einer Verkürzung der Quarantäne etwa für Lehrkräfte einher.

(V.Sørensen--DTZ)

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