Deutsche Tageszeitung - In Sachsen gelten ab Sonntag in vielen Bereichen gelockerte Coronaregeln

In Sachsen gelten ab Sonntag in vielen Bereichen gelockerte Coronaregeln


In Sachsen gelten ab Sonntag in vielen Bereichen gelockerte Coronaregeln
In Sachsen gelten ab Sonntag in vielen Bereichen gelockerte Coronaregeln / Foto: ©

Angesichts gesunkener Infektionszahlen hat die sächsische Landesregierung am Mittwoch diverse Lockerungen der Coronaregeln beschlossen. Bestandteil der Neuerung ist unter anderem eine Anhebung der maximalen Teilnehmerzahl bei stationären Demonstrationen sowie vergleichbaren Versammlungen auf 200, erklärten Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und Innenminister Roland Wöller (CDU) nach einer Kabinettsitzung. Die Gastronomie darf ab Freitag drinnen unter 2G-Plus-Vorgaben öffnen, draußen gilt 2G.

Textgröße ändern:

Auch Kinos, Theater, Schwimmbäder und Fitnessstudios dürfen mit 2G-Plus wieder starten, müssen zugleich allerdings noch weitere Auflagen wie Kontaktdatenerhebungen oder Kapazitätsbegrenzungen einhalten. Klubs und Diskotheken in Sachsen bleiben dagegen geschlossen. Für den Fall, dass die Krankenhausbelastung soweit sinkt, dass keine Überlastung des Gesundheitswesens mehr droht, greifen dem Kabinettsbeschluss zufolge weitergehende Lockerungen.

Allerdings greift in diesem Punkt nach Angaben von Köpping dann eine regionale Hotspotregelung, derzufolge Lockerungen bei einem Überschreiten zentraler Warnschwellen zurückgenommen werden. Sachsen gehört zu den besonders schwer von der Coronapandemie betroffenen Bundesländern, im vorigen Jahr wurden dort zeitweise die höchsten Infektionszahlen bundesweit registriert.

Inzwischen liegt die Inzidenz laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit rund 240 niedriger als in allen anderen Ländern, auch die Zahl der im Krankenhaus behandelten Coronapatienten sinkt laut Köpping allmählich immer weiter. Die Ministerin sprach mit Blick auf die sich ausbreitende Omikron-Variante des Virus aber von einer "Ruhe vor dem Sturm". Experten sagten auch für Sachsen ab Ende nächster Woche deutlich steigende Infektionszahlen voraus.

Die Regeln für Demonstrationen stoßen in Sachsen nicht zuletzt deshalb auf besonderes Interesse, weil das Bundesland ein Schwerpunkt für teilweise gewalttätige Proteste gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ist. Innenminister Wöller betonte, er rechne aber auch durch die neuen Regeln nicht mit einem nachlassenden Versammlungsgeschehen.

Das Protestgeschehen sei nach wie vor "dynamisch", fügte Wöller an. Am vergangenen Montag seien in Sachsen 215 Versammlungen mit etwa 30.000 Teilnehmern gezählt worden. Die Polizei ahndete bei den oft als "Spaziergänge" bezeichneten Protesten, die nach den derzeit noch geltenden Coronamaßnahmen in der Regel verboten sind und oft auch nicht angemeldet werden, demnach mehr als 600 Verstöße gegen Coronaschutzauflagen sowie das Versammlungsrecht.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Trump begrüßt "großen" Sieg von Bolsonaro-Sohn bei erster Wahlrunde in Brasilien

US-Präsident Donald Trump hat den "großen" Sieg des rechtsgerichteten Senators Flávio Bolsonaro in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien begrüßt. "Es ist ein großer Sieg. Knapp, aber ein sehr, sehr großer Sieg", sagte Trump am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. "Unglaublich", fügte er hinzu.

Bericht: Zahl der Kriegsdienstverweigerer stark angestiegen

Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in diesem Jahr stark angestiegen. Von Januar bis August seien insgesamt 12.102 entsprechende Gesuche eingegangen, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). Im gesamten Jahr 2025 gab es demnach lediglich 3879 Anträge, 2024 waren es 2249.

Krise in Rumänien: Präsident nominiert vierten Kandidaten für Amt des Regierungschefs

Inmitten der anhaltenden politischen Krise in Rumänien hat Präsident Nicusor Dan zum vierten Mal einen neuen Regierungschef nominiert. Der Pro-Europäer Dan schlug am Montag den parteilosen 55-jährigen Diplomaten und ehemaligen Journalisten Luca Niculescu als neuen Ministerpräsidenten vor. "Ich habe den Menschen ausgewählt, der die besten Chancen hat, eine Mehrheit zu bilden", sagte Dan vor Journalisten.

Trump: Haben Bomber nach "Drohungen" von britischem Militärstützpunkt abgezogen

Der Abzug von B-1-Bombern der US-Armee vom britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wegen "Drohungen" erfolgt. "Es gab Drohungen, also haben wir sie, statt den Feind in Versuchung zu bringen, ein wenig verlegt, nicht sehr weit", sagte Trump am Montag mit Blick auf die US-Flugzeuge vor Journalisten im Weißen Haus. Die Menschen, von denen diese Drohungen ausgegangen seien, "sind mit dem Iran verbunden", fügte Trump hinzu.

Textgröße ändern: