Deutsche Tageszeitung - Zusammenstöße israelischer Sicherheitskräfte mit Beduinen in Negev-Wüste

Zusammenstöße israelischer Sicherheitskräfte mit Beduinen in Negev-Wüste


Zusammenstöße israelischer Sicherheitskräfte mit Beduinen in Negev-Wüste
Zusammenstöße israelischer Sicherheitskräfte mit Beduinen in Negev-Wüste / Foto: ©

In der israelischen Negev-Wüste hat es bei Protesten der beduinischen Minderheit gegen ein Projekt zur Pflanzung von Bäumen gewaltsame Zusammenstöße mit Sicherheitskräften gegeben. Einsatzkräfte setzten am Mittwoch Betäubungsgranaten gegen etwa 200 protestierende Beduinen ein, wie AFP-Reporter berichteten. "Sechzehn Verdächtige, die Steine auf die Polizei geworfen haben, wurden festgenommen und werden derzeit verhört", erklärte die Polizei. Fünf Beamte seien leicht verletzt worden.

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Die Beduinen werden zu den arabischen Minderheit in Israel gezählt, die etwa 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie lehnen seit langem Initiativen zur Anpflanzung von Bäumen in der Negev-Wüste ab, weil sie darin eine Landnahme der Regierung in von ihnen beanspruchten Gebieten sehen. Die jüngsten Unruhen in dem jahrzehntelangen Streit stellen nun die fragile Regierungskoaltion von Ministerpräsident Naftali Bennett auf die Probe.

Bennetts Regierung zählt auf die Unterstützung der islamistischen Raam-Partei. Deren Chef, Mansour Abbas, wird vor allem von den Negev-Beduinen gestützt. Abbas kündigte am Dienstag Konsequenzen für die Zusammenarbeit an, sollten die Baumpflanzungen nicht gestoppt und keine formellen Verhandlungen mit den Beduinenführern aufgenommen werden.

Sozialminister Meir Cohen kündigte Verhandlungen für einen Kompromiss an. Die rechtsgerichtete zivilgesellschaftliche Umweltgruppe Regavim forderte Bennetts Regierung auf, "eine entschlossene Haltung gegenüber den Drohungen der Raam-Partei einzunehmen, um sicherzustellen, dass die Baumpflanzungsprojekte wie geplant durchgeführt werden".

Am Abend gab es nach Angaben der Polizei weitere Ausschreitungen und Festnahmen in mehreren Ortschaften der Negev-Wüste.

Fast die Hälfte der 300.000 Beduinen Israels lebt in nicht anerkannten Dörfern. Die Behörden gehen regelmäßig gegen die Siedlungen vor, viele haben keinen Zugang zur Strom- und Wasserversorgung.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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