Deutsche Tageszeitung - Forderungen nach klarem Bekenntnis von Scholz zur Nato bei Besuch in Washington

Forderungen nach klarem Bekenntnis von Scholz zur Nato bei Besuch in Washington


Forderungen nach klarem Bekenntnis von Scholz zur Nato bei Besuch in Washington
Forderungen nach klarem Bekenntnis von Scholz zur Nato bei Besuch in Washington / Foto: ©

Vor dem Antrittsbesuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei US-Präsident Joe Biden am Montag haben führende Außenpolitiker ein klares Bekenntnis des Kanzlers zur Nato gefordert. "Scholz muss klar machen, dass Deutschland bereit ist, mehr zum Nato-Bündnis beizutragen, etwa in Litauen und bei der Ausrüstung der Bundeswehr", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), der "Welt" (Montagsausgabe).

Textgröße ändern:

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sagte der "Welt", Scholz "kann und muss begründen, worin der Sinn liegt, dass Deutschland keine Waffen an die Ukraine liefert". Der Kanzler "sollte nicht vermeiden, klar auszusprechen, dass eine russische Aggression das vorläufige Aus für Nord Stream 2 bedeutet".

Der designierte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai forderte vor diesem Hintergrund gegenüber der "Welt" eine "gemeinsame und deutliche Botschaft" an den russischen Präsidenten Wladimir Putin von Scholz.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), sagte der "Welt" unterdessen: "Die wichtigste Botschaft des Bundeskanzlers wird sein: Zweifel an Deutschlands Bündnistreue und Solidarität mit der Ukraine sind völlig unbegründet."

Russland hat nach westlichen Angaben mehr als 100.000 Soldaten samt schwerem Gerät an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Der Westen befürchtet deshalb einen russischen Angriff auf das Nachbarland. Russland weist die Vorwürfe zurück und gibt zugleich an, sich von der Nato bedroht zu fühlen. Putin verlangt Sicherheitsgarantien vom Westen, unter anderem ein Ende der Nato-Osterweiterung.

Angesichts der Spannungen haben die USA und andere Nato-Mitglieder eine Verlegung von Truppen nach Osteuropa, Waffenlieferungen an die Ukraine sowie Sanktionen gegen Russland im Falle eines Angriffs angekündigt. Dabei sind allerdings Differenzen zwischen Berlin und Washington deutlich geworden, unter anderem bei der Zukunft der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 sowie Waffenlieferungen an die Ukraine.

Scholz hatte vor seinem Abflug eine Aufstockung der Bundeswehr-Beteiligung an Nato-Einsätzen im Baltikum in Aussicht gestellt. Deutschland sei im Baltikum präsent, "und wir sind auch bereit, alles Notwendige zu tun, um das zu verstärken", sagte Scholz der ARD.

Nicht alle sind mit der Aufrüstung im Ukraine-Konflikt einverstanden: Die Vorsitzende der Linke-Fraktion im Bundestag, Amira Mohamed Ali, forderte der "Welt" gegenüber: "Die Verlegung von US-Truppen nach Europa muss sofort beendet werden, ebenso die Waffenlieferungen an die Ukraine."

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Vor CDU-Klausurtagung: Frei dringt auf klaren Kurs und "konsequente" Umsetzung von Reformen

Vor der am Sonntag beginnenden Klausurtagung des CDU-Präsidiums hat Fraktionschef Thorsten Frei seine Partei zu einem geschlosseneren Auftreten aufgerufen. "Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir als Gesamtpartei in ihrer ganzen Breite, auch verankert in den Ländern, uns auf eine einheitliche Marschrichtung verständigen und so dann auch gemeinsam voranschreiten", sagte Frei am Freitag im ARD-"Morgenmagazin".

Schüsse auf Auto mit Kind an Bord: Mann in New York bei ICE-Einsatz verletzt

In New York ist ein Mann während eines Einsatzes der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE angeschossen worden. Die Einsatzkräfte eröffneten nach Behördenangaben am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in der Bronx das Feuer auf das Auto des Mannes, in dem sich auch ein fünfjähriges Kind befand. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani forderte einen Abzug der ICE-Mitarbeiter aus der Stadt.

US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" nach elfmonatigem Einsatz wieder in Kalifornien

Der in die Negativschlagzeilen geratene US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ist nach rund elf Monaten in seinen Heimathafen im kalifornischen San Diego zurückgekehrt. Angehörige der rund 5000 Matrosen und Marinesoldaten begrüßten am Donnerstag am Kai ihre Liebsten, die sie seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen hatten. Für viele Soldatinnen und Soldaten war es ein emotionales Wiedersehen mit ihren Familien.

Polizei: Mann in New York bei Auseinandersetzung mit Bundeskräften angeschossen

In New York ist nach Angaben der örtlichen Polizei ein Mann bei einer Auseinandersetzung mit Einsatzkräften der Bundesbehörden angeschossen worden. Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) sei es im Stadtviertel Marble Hill in der Bronx "zu einem Schusswaffenvorfall unter Beteiligung" von Bundesmitarbeitern der Strafverfolgungsbehörden gekommen, teilte die New Yorker Polizei mit. Örtlichen Medien zufolge führte die für ihr hartes Vorgehen bekannte Einwanderungsbehörde ICE zum Zeitpunkt des Vorfalls einen Einsatz aus.

Textgröße ändern: