Deutsche Tageszeitung - Australiens Premier bittet Opfer von Belästigung im Parlament um Entschuldigung

Australiens Premier bittet Opfer von Belästigung im Parlament um Entschuldigung


Australiens Premier bittet Opfer von Belästigung im Parlament um Entschuldigung
Australiens Premier bittet Opfer von Belästigung im Parlament um Entschuldigung / Foto: ©

Nach einer Reihe von Skandalen wegen Mobbings und sexueller Belästigung im australischen Parlament hat Regierungschef Scott Morrison die Opfer um Entschuldigung gebeten. Bei einer Rede vor den Abgeordneten ging er am Dienstag auf den Fall der ehemaligen Regierungsmitarbeiterin Brittany Higgins ein, die vor einem Jahr Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen ehemaligen Kollegen erhoben hatte.

Textgröße ändern:

"Ich entschuldige mich bei Frau Higgins für die schrecklichen Dinge, die hier passiert sind", sagte Morrison. Es tue ihm auch für all diejenigen leid, "die vor Frau Higgins kamen und das Gleiche ertragen mussten". Über viele Jahrzehnte habe im Parlament eine Kultur geherrscht, "in der Mobbing, Missbrauch, Belästigung und in einigen Fällen sogar Gewalt normalisiert wurden". Auch Oppositionsführer Anthony Albanese bat Higgins, die während der Reden auf der Zuschauertribüne saß, um Entschuldigung.

Higgins’ Fall hatte eine öffentliche Debatte über die Zustände im australischen Parlament ausgelöst. Laut einer im November vorgelegten Untersuchung erlebte jeder dritte Politiker oder Mitarbeiter dort bereits sexuelle Belästigung - in den meisten Fällen handelt es sich um weibliche Betroffene. "Das muss sich ändern", sagte Morrison in seiner Rede am Dienstag über die weit verbreiteten Übergriffe. "Und ich glaube, es wird sich ändern."

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Tödliche Schüsse bei Waffenkontrolle in Bayern: Kein Hinweis auf extremistisches Motiv

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Landratsmitarbeiter bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle in der Oberpfalz in Bayern gibt es bislang keine Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund. Es gebe nach bisherigen Ermittlungen keine Anzeichen für eine extremistische Gesinnung des 60-jährigen Tatverdächtigen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag vor Journalisten in Oberschleißheim. Der mutmaßliche Schütze sei bislang auch polizeilich nicht aufgefallen.

Friedensnobelpreis geht an südafrikanische Juristin Navanethem "Navi" Pillay

Die südafrikanische Juristin Navanethem "Navi" Pillay ist mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Pillay habe maßgeblich dazu beigetragen, "dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden", sagte der Chef des Nobelkomitees, Jörgen Watne Frydnes, am Freitag in Oslo.

Zwei Tote bei Waffenkontrolle: Motiv von 60-jährigem Verdächtigen noch unklar

Nach dem Schusswaffenvorfall mit zwei Toten in Berngau in der bayerischen Oberpfalz bei einer behördlichen Waffenkontrolle dauern die Ermittlungen zum Motiv des Verdächtigen an. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelt es sich um einen 60-Jährigen, wie die Polizei in Regensburg am Freitag mitteilte. Bei seiner Festnahme erlitt er durch mehrere Polizeischüsse schwere Verletzungen und kam unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus.

"Schande": Kritik an Altkanzler Schröder nach Besuch bei Putin

Am Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) bei Russlands Präsident Wladimir Putin hagelt es Kritik aus der Bundespolitik. "Scham ist kaum noch ein Ausdruck", schrieb CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann am Freitag im Internetdienst X. "Schampus, Kaviar und Bomben" - während Schröder mit Putin gefeiert habe, seien in der Ukraine Kinder durch russische Angriffe gestorben.

Textgröße ändern: