Deutsche Tageszeitung - Mützenich fordert chinesischen Kurswechsel gegenüber Russland

Mützenich fordert chinesischen Kurswechsel gegenüber Russland


Mützenich fordert chinesischen Kurswechsel gegenüber Russland
Mützenich fordert chinesischen Kurswechsel gegenüber Russland / Foto: ©

Angesichts des Kriegs in der Ukraine hat SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich von der chinesischen Staatsführung ein Ende der Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin gefordert. "Präsident Xi, ändern Sie Ihren Kurs, stoppen Sie den Krieg Putins", sagte Mützenich am Sonntag während einer Sondersitzung des Deutschen Bundestags in Richtung des chinesischen Staats- und Regierungschefs Xi Jinping.

Textgröße ändern:

Die chinesische Regierung müsse sich dabei fragen, wie lange sie die Spannung zwischen ihren eigenen außenpolitischen Grundsätzen und einer "mitleidlosen Interessenpolitik" aushalten könne, fügte Mützenich an. Nur durch einen Kurswechsel in ihrer Politik könne sie künftig eine internationale Friedensordnung "mitgestalten".

Peking positioniert sich im Ukraine-Konflikt bislang zurückhaltend. China ist ein enger Verbündeter Russlands, zugleich verfolgt das Land aber wichtige wirtschaftliche Interessen in Europa. Bisher hat die chinesische Regierung das russische Vorgehen nicht verurteilt.

"Putin sollte die Entschlossenheit und den Zusammenhalt der freien Staatenwelt nicht unterschätzen", sagte Mützenich. Russland werde von den internationalen Finanzmärkten ausgeschlossen und werde die Auswirkungen dieser und anderer Sanktionen "schmerzhaft" spüren. Er hoffe zugleich aber auch auf Unterstützung "außerhalb des Westens".

Der SPD-Fraktionsvorsitzende bekräftige zugleich die Bereitschaft zur Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben. Putin müssten "Grenzen" gesetzt werden. Die deutsche Bundeswehr müsse in die Lage versetzt werden, ihre Rolle zu erfüllen. Der Verteidigungshaushalt sei in den vergangenen Jahren worden und er werde in Zukunft weiter "verantwortungsvoll" erhöht werden, sagte Mützenich in seiner Rede.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Linke streitet über Antisemitismus-Vereinbarung - Giffey gegen Rot-Rot-Grün

In der Linken ist ein offener Streit um die mit Grünen und SPD in Berlin geschlossene Antisemitismus-Vereinbarung ausgebrochen. Sowohl Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow als auch der ehemalige Chef der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, griffen am Sonntag die parteiinternen Kritiker der Vereinbarung an. Berlins frühere Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) rief ihre Partei dazu auf, die Sondierungsgespräche mit der Linken abzubrechen.

"Todernst": Warschau alarmiert über Hinweise auf "Attentatsversuch" gegen Tusk

Hinweise auf einen "möglichen Attentatsversuch" gegen Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz haben in Polen höchste Sorge ausgelöst. Für Sonntag wurde nach Angaben des Innenministeriums eine Dringlichkeitssitzung im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes einberufen. "Wir nehmen diese Angelegenheit todernst", sagte ein Sprecher des für die Koordination der Geheimdienste zuständigen Ministers.

Indien: "Kakerlaken"-Bewegung will Proteste trotz Festnahmen fortsetzen

Mit massiven Mitteln sind die indischen Behörden am Wochenende gegen die Proteste der sogenannten Kakerlakenbewegung (CJP) vorgegangen und haben eine geplante Massen-Demonstration verhindert. Die Sicherheitskräfte nahmen tausende Menschen fest, darunter auch den CJP-Gründer Abhijeet Dipke. Dipke kam am Sonntag wieder frei, erhielt aber die Auflage, "die öffentliche Ordnung nicht mehr zu stören". Er und weitere CJP-Anführer riefen dennoch zur Fortsetzung der Proteste auf.

CDU will bei Klausurtagung zurück "zu alter Stärke"

Vertrauen zurückgewinnen und die Volkspartei wiederbeleben: Bei ihrer zweitägigen Klausurtagung in Berlin will die CDU-Spitze die jüngsten Wahlschlappen aufarbeiten und den Weg für die anstehenden Reformen abstecken. Das Treffen wurde am Sonntag von neuen Störfeuern aus der Union begleitet: Ex-CSU-Chef Horst Seehofer bescheinigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen "massiven Glaubwürdigkeitsverlust". Ein weiteres heißes Eisen ist der Umgang der CDU mit der AfD.

Textgröße ändern: