Deutsche Tageszeitung - Abstimmung im Bundestag über Impfpflicht könnte sich verschieben

Abstimmung im Bundestag über Impfpflicht könnte sich verschieben


Abstimmung im Bundestag über Impfpflicht könnte sich verschieben
Abstimmung im Bundestag über Impfpflicht könnte sich verschieben

Die Entscheidung über ein Gesetz zur allgemeinen Impfpflicht könnte sich verschieben. FDP-Fraktionschef Christian Dürr sagte am Donnerstag in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv, es mache mehr Sinn, Ende März oder Anfang April eine "fundierte Entscheidung" bei dem Thema zu treffen, als frühzeitig eine Entscheidung "aus der Hüfte" zu fällen. Ob der Bundestag wie zunächst erwartet in der kommenden Woche über die Gesetzentwürfe zur Impfpflicht beraten wird, blieb zunächst offen.

Textgröße ändern:

Dürr warb um Geduld: Ende März würden "ausreichend Daten" zur Omikron-Variante vorliegen, um dann zu wissen, ob man die Impfpflicht überhaupt noch brauche, sagte der Liberale. Dürr sagte zugleich, der Fahrplan solle eingehalten werden. Die Befürworter einer Impfpflicht ab 18 planen, dass die Regelung zum 1. Oktober greifen soll. Dies wäre auch bei einer verschobenen Bundestagsentscheidung erreichbar.

Bislang war davon ausgegangen worden, dass die Gruppenanträge zur Impfpflicht in der kommenden Woche erstmals im Bundestag beraten werden und Mitte März eine Entscheidung gefällt wird. Über die Tagesordnung entscheiden die Parlamenterischen Geschäftsführer der Fraktionen aber endgültig zu Beginn der Sitzungswoche selbst.

Bislang liegen die Gesetzentwürfe für eine Impfpflicht noch nicht komplett vor, wie aus Parlamentskreisen verlautete - das Vorliegen von Gesetzentwürfen wäre aber Voraussetzung für die geplante erste Lesung im Bundestagsplenum.

Die Gruppe um SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese, die eine Impfpflicht ab18 anstrebt, hat Eckpunkte vorgelegt. Eine weitere Gruppe um den FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann will den Entwurf für eine Impfpflicht ab 50 einbringen, ein fertiger Antrag liegt aber bislang nicht vor. Eine Gruppe um FDP-Vize Wolfgang Kubicki lehnt die Impfpflicht generell ab. Einen ähnlichen hat die AfD vorgelegt.

Die Initiatoren des Gesetzentwurfs zur allgemeinen Impfpflicht ab 18 traten derweil Befürchtungen der Kassen entgegen, sie müssten die Kontrolle übernehmen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Heike Baehrens, sagte den "Stuttgarter Nachrichten und der "Stuttgarter Zeitung": "Das sind natürlich Aufgaben, für die der Staat zuständig ist. Von den Kassen erwarten wir Aufklärung, Ansprache und Information der Versicherten."

Hintergrund sind Stellungnahmen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung. Er hatte klar gemacht, dass sich die Kassen nur für die Kontaktierung der Versicherten zuständig sehen. Baehrens sagte nun: "Für die Kontrolle ist vorgesehen, dass der Nachweis der Impfpflicht ständig mitzuführen ist, damit jederzeit Überprüfungen möglich sind." Außerdem solle ein Portal entstehen, dass es den Versicherten ermöglicht, ihren Nachweis hochzuladen und zu hinterlegen.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Sachsen-Anhalt: BMW stellt AfD-Politiker Rausch keinen Dienstwagen zur Verfügung

Der Autobauer BMW stellt dem in Sachsen-Anhalt zum Landtagspräsidenten gewählten AfD-Politiker Tobias Rausch keinen Dienstwagen zur Verfügung. Wie eine Sprecherin des Landtags in Magdeburg am Freitag bestätigte, zog der Münchner Konzern am Dienstag ein entsprechendes Leasingangebot schriftlich zurück, dass dem Landtag zuvor vorlag. Am selben Tag war der AfD-Politiker gewählt worden.

Mecklenburg-Vorpommern: Rot-Rot-Grün vereinbart Koalitionsverhandlungen

SPD, Linke und Grüne in Mecklenburg-Vorpommern wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Die Verhandlungsleiter der drei Parteien empfahlen ihren Parteigremien nach erfolgreichen Sondierungen die Aufnahme von Koalitionsgesprächen, wie es am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung aus Schwerin hieß. Ziel sei eine Koalition, "die auf Verlässlichkeit, Stabilität und Vertrauen setzt".

Scharfe Kritik an geplanter Liveübertragung von Hinrichtung in den USA

Die vom US-Verteidigungsministerium angekündigte Liveübertragung der Exekution eines zum Tode verurteilten Attentäters hat scharfe Kritik ausgelöst. Das UN-Menschenrechtskommissariat bezeichnete die geplante Übertragung der Hinrichtung am Freitag als eine Form von "Folter", der demokratische US-Senator Chris Murphy nannte das Vorhaben des Verteidigungsministeriums "ekelhaft". Die Exekution des seit seinem Anschlag auf einen Rollstuhl angewiesenen US-Armeepsychiaters Nidal Hasan durch ein Erschießungskommando soll am 3. Dezember erfolgen.

"Schande": Schröder erntet mit Putin-Besuch Sturm der Entrüstung

"Schande", "unmoralisch", "völlig inakzeptabel": Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat mit seinem Besuch bei Kreml-Chef Wladimir Putin einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich über das Treffen ebenso empört wie Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD). Der ukrainische Botschafter in Deutschland nannte es "widerlich", dass ein Altkanzler den "Kriegsverbrecher" Putin "so herzlich umarmt", während in seinem Land dutzende Zivilisten durch russische Angriffe getötet worden seien.

Textgröße ändern: