Deutsche Tageszeitung - Russland kündigt wegen Ukraine-Konflikts Friedensgespräche mit Japan auf

Russland kündigt wegen Ukraine-Konflikts Friedensgespräche mit Japan auf


Russland kündigt wegen Ukraine-Konflikts Friedensgespräche mit Japan auf
Russland kündigt wegen Ukraine-Konflikts Friedensgespräche mit Japan auf

Die russische Regierung hat am Montag angekündigt, dass sie die Friedensverhandlungen mit Japan zur formellen Beilegung eines bis zum Zweiten Weltkrieg zurückreichenden Streits nicht mehr weiterverfolgt. Als Begründung führte das Außenministerium in Moskau die "offen feindselige Haltung" an, die Japan mit Blick auf den russischen Militäreinsatz in der Ukraine eingenommen habe. Tokio protestierte dagegen "aufs Schärftste".

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Japan wolle den Interessen Moskaus mit seiner Haltung zum russischen Militäreinsatz im Nachbarland "Schaden zufügen", erklärte das russische Außenministerium. Es sei der russischen Seite daher nicht möglich, die Gespräche fortzusetzen. Russland und Japan hatten nach dem Zweiten Weltkrieg wegen eines Territorialkonflikts kein Friedensabkommen abgeschlossen.

"Die jüngste Situation ist eine Folge der russischen Aggression gegen die Ukraine, und der Versuch Russlands, das Thema auf die Beziehungen zwischen Japan und Russland zu verlagern, ist extrem ungerechtfertigt und absolut inakzeptabel", sagte hingegen der japanische Regierungschef Fumio Kishida im Parlament.

Die Aufkündigung der Friedensgespräche durch Russland erfolgte zwei Tage, nachdem Japans Ministerpräsident Fumio Kishida bei einem Besuch in Neu Delhi versucht hatte, Indiens Regierung zu einer Verurteilung des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine zu bewegen. Die Regierung in Tokio hatte sich zuvor den westlichen Sanktionen gegen Russland angeschlossen.

Bei dem Streit zwischen Russland und Japan geht es um vier kleine Inseln im Kurilen-Archipel. Die sowjetische Armee hatte die Inseln in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges eingenommen. Japan verlangt die Rückgabe der Inseln.

"Japans Position, die Frage der Nördlichen Territorien zu lösen und einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, ist unverändert", sagte Kishida am Dienstag. "Aber der Einmarsch Russlands in der Ukraine hat uns keine Perspektiven in dieser Frage aufgezeigt." Auch eine neue wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland sei jetzt "unmöglich".

Allerdings hat sich Japan noch nicht aus wichtigen gemeinsamen Energieprojekten mit Russland verabschiedet, die für das ressourcenarme Land als notwendig erachtet werden.

(I.Beryonev--DTZ)

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