Deutsche Tageszeitung - Cottbus drittes Drehkreuz für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

Cottbus drittes Drehkreuz für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine


Cottbus drittes Drehkreuz für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine
Cottbus drittes Drehkreuz für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

Mit Cottbus steht seit Mittwoch ein drittes Drehkreuz für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, soll der dortige Bahnhof Berlin und Hannover entlasten. Über Cottbus könnten bis zu 2500 Geflüchtete täglich nach Deutschland gebracht werden. Dazu fahren den Angaben zufolge jeden Tag bis zu sechs Shuttle-Züge vom polnischen Breslau ohne Zwischenstopp in die brandenburgische Stadt.

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Von Cottbus aus können die Geflüchteten dann weiterreisen: Zweimal täglich würden Sonderzüge nach Hannover fahren, erklärte die Bahn. Darüber hinaus stünden Busse bereit, um die Menschen in Aufnahme-Einrichtungen in der Region sowie in andere Bundesländer zu bringen.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) sah aber auch die Versorgung vor Ort gesichert. Wer zu erschöpft sei, "dem wird natürlich die Möglichkeit gegeben, auch auszusteigen, hierzubleiben", sagte er im RBB-Inforadio. "Für die haben wir Unterbringungsmöglichkeiten vorbereitet in unseren Messehallen." Ziel müsse es aber sein, dass "Cottbus nicht überläuft". Dafür seien Absprachen mit anderen Landräten im Süden Brandenburgs getroffen worden, um Menschen in andere Orte zu verteilen.

"Unser gemeinsames Ziel ist die bestmögliche Versorgung und Verteilung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine", erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). "Mit den polnischen Behörden haben wir vereinbart, dass die Flüchtenden über Reisewege aktiv informiert werden. In allen Sonderzügen sorgen wir für Verpflegung und eine Betreuung." Die Bundesregierung arbeite "intensiv daran, gemeinsam mit Polen und Frankreich weitere Hubs aufzubauen, um die Verteilung der Geflüchteten auch in andere EU-Staaten zu ermöglichen".

"Deutschland und die EU müssen hier schnell noch stärker unterstützen und die Aufnahme und Verteilung gesamteuropäisch angehen", sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). "Das Zusammenspiel der europäischen Bahnen in den letzten Wochen hat bewiesen: Wenn rechtzeitig bekannt ist, wo Aufnahmekapazitäten vorhanden sind, lassen sich auch direkte Verkehre auf der Schiene für eine große Anzahl an Rettung suchenden Menschen schnell organisieren."

Wissing forderte auch andere Bundesländer auf, die Möglichkeiten für Drehkreuze zu schaffen. Die Bahn sei dazu bereit, erklärte er.

(O.Zhukova--DTZ)

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