Deutsche Tageszeitung - Mindestens fünf Tote durch Schüsse bei Tel Aviv

Mindestens fünf Tote durch Schüsse bei Tel Aviv


Mindestens fünf Tote durch Schüsse bei Tel Aviv
Mindestens fünf Tote durch Schüsse bei Tel Aviv

Bei mehreren Angriffen in der Nähe von Tel Aviv in Israel sind am Dienstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Nach Angaben von Bewohnern der Stadt Bnei Brak und Ramat Gan eröffnete ein Mann am Abend aus einem Auto heraus das Feuer auf Passanten. "Wir müssen leider melden, dass fünf Menschen gestorben sind", sagte ein Vertreter des israelischen Rettungsdienstes. Die Israelische Polizei gab an, einen Angreifer getötet zu haben.

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Bnei Brak ist eine überwiegend von orthodoxen Juden bewohnte Stadt bei Tel Aviv. Nach Angaben von Rettungskräften und Augenzeugen gab es auch Verletzte in der Nachbarstadt Ramat Gan.

Die israelische Polizei bestätigte, dass Sicherheitskräfte einen Angreifer getötet hätten. Demnach starb bei dem Versuch, den Angreifer zu stoppen, auch ein israelisch-arabischer Polizist - die Sicherheitskräfte bezeichneten ihn als "Helden".

Lokale Medien identifizierten den Angreifer wiederum als einen Palästinenser aus dem Westjordanland, der demnach vier Jahre in israelischen Gefängnissen verbracht hatte.

Der Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas verurteilte die Gewalt. "Die Ermordung palästinensischer und israelischer Zivilisten verschärft die Situation nur noch mehr, während wir alle nach Stabilität streben", erklärte er.

Die radikalislamische Hamas äußerte jedoch Verständnis: "Diese Operation ist eine natürliche Antwort auf die Verbrechen der Besatzung gegen die Rechte unseres Volkes und unseres Landes und unserer heiligen Stätten", hieß es in einer Erklärung.

Im Westjordanland kam es nach Angaben von Augenzeugen zu kleineren Feierlichkeiten wegen der Angriffe. In der Stadt Yaabad, woher der getötete mutmaßliche Angreifer Medienberichten zufolge stammt, verteilten Männer am Abend Süßigkeiten. Die israelischen Sicherheitskräfte verlegten Verstärkungen in die Region.

Es ist bereits der dritte tödliche Anschlag in Israel binnen einer Woche. Am Sonntagabend waren bei einem bewaffneten Angriff mutmaßlicher Islamisten in der nordisraelischen Stadt Hadera zwei israelische Polizisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Die Dschihadisten-Organisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich dazu.

Vor einer Woche hatte zudem ein Mann mit einem Messer und einem Auto im südlichen Beerscheba vier Menschen getötet. Der Mann hatte ebenfalls Verbindungen zum IS: 2016 war er zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er nach Syrien reisen und dort für die Dschihadisten kämpfen wollte.

Mit Blick auf den anstehenden islamischen Fastenmonat Ramadan wird eine erneute Eskalation der Gewalt befürchtet. Im vergangenen Jahr hatten während des im April beginnenden Fastenmonats Spannungen zwischen israelischen Streitkräften und Palästinensern an der Al-Aksa-Moschee in Ostjerusalem zu einem elftägigen bewaffneten Konflikt des israelischen Militärs mit der Hamas geführt.

Am Dienstag traf der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz in Amman den jordanischen König Abdullah II. Der König rief Israel dabei auf, "alle Hindernisse für das Gebet der Muslime" bei den Moscheen im Ostteil Jerusalems zu beseitigen, sowie "Provokationen zu verhindern, die zu einer Eskalation führen könnten".

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte vor einer "Gewaltspirale während der anstehenden Feiertage". Die jüngsten Angriffe seien in ihrer "Brutalität und Kaltblütigkeit schockierend". "Wir verurteilen die Anschlagswelle in Israel auf das Schärfste, Terror ist durch nichts zu rechtfertigen."

(M.Dylatov--DTZ)

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