Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Personelle Situation in deutschen Kitas drastisch verschärft

Umfrage: Personelle Situation in deutschen Kitas drastisch verschärft


Umfrage: Personelle Situation in deutschen Kitas drastisch verschärft
Umfrage: Personelle Situation in deutschen Kitas drastisch verschärft

Die personelle Situation in deutschen Kitas hat sich einer Umfrage zufolge noch einmal drastisch verschärft. Zu dem Ergebnis kommt eine anlässlich des Deutschen Kitaleitungskongresses (DKLK) in Düsseldorf am Mittwoch veröffentlichte Befragung von Kitaleitungen. Demnach gaben 84 Prozent der Befragten an, dass sich der Personalmangel in den zurückliegenden zwölf Monaten verschärft habe. Ein Jahr zuvor hatten dies noch 72 Prozent gesagt.

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57 Prozent der befragten Kitaleiterinnen und -leiter erklärten zudem, dass sie in den zurückliegenden zwölf Monaten in mehr als einem Fünftel der Zeit in Personalunterdeckung gearbeitet hätten. Das bedeute, dass es weniger Personal gab, als es die Vorgaben zur Aufsichtspflicht verlangen. Im Jahr 2021 hatten dies noch 40 Prozent angegeben.

16 Prozent der Leitungen arbeiteten der Umfrage zufolge sogar in mehr als 60 Prozent der Zeit in aufsichtspflichtrelevanter Personalunterdeckung. Das waren mehr als doppelt so viele wie 2021.

In der Annahme, dass ein Umfrageteilnehmer etwa eine Einrichtung repräsentiert, hätten somit nach Schätzung der Kitaleitungen über 9000 Kitas in Deutschland mehr als die Hälfte des Jahres in aufsichtspflichtrelevanter Personalunterdeckung gearbeitet. In der DKLK-Studie 2021 waren es noch 4000 Kindertagesstätten gewesen.

Mit 82 Prozent fühlt sich ein Großteil der Kitaleitungen psychisch durch die Tätigkeit belastet. Eine physische Belastung nahmen 54 Prozent der Befragten wahr. Über die Hälfte der Umfrageteilnehmenden - 54 Prozent - empfinden das Gehalt einer Kitaleitung zudem als unangemessen oder eher unangemessen.

Mit 84 Prozent üben die meisten Befragten ihre Tätigkeit trotz Personalmangels und Belastung jedoch gern aus. Alle fühlen sich von den Kindern wertgeschätzt. Von den Mitarbeitenden erfahren 97 Prozent Wertschätzung, von den Eltern 88 Prozent.

"Das ist mit Blick auf die enorme Bedeutung des frühkindlichen Bildungsbereichs für die gesamte Bildungsbiografie von Kindern eine Katastrophe", erklärte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung. Die Politik müsse "ohne Wenn und Aber" alles tun, was möglich sei, um diesen Zustand zu verbessern.

Für die DKLK-Studie 2022 wurden von Dezember 2021 bis zum 1. Februar 2022 insgesamt 4827 Kitaleitungen online befragt. Die Umfrage wurde zum sechsten Mal erhoben.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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