Deutsche Tageszeitung - Drei Palästinenser bei israelischen Armee-Einsätzen im Westjordanland getötet

Drei Palästinenser bei israelischen Armee-Einsätzen im Westjordanland getötet


Drei Palästinenser bei israelischen Armee-Einsätzen im Westjordanland getötet
Drei Palästinenser bei israelischen Armee-Einsätzen im Westjordanland getötet / Foto: © AFP

Beim Vorgehen der israelischen Armee gegen militante Palästinenser im besetzten Westjordanland sind am Donnerstag drei Menschen gestorben. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge erlagen zwei jugendliche Palästinenser ihren Verletzungen, die sie bei einem israelischen Angriff im Bezirk Dschenin erlitten hatten. Ein dritter Palästinenser starb demnach einen Tag, nachdem er nahe Nablus bei Zusammenstößen "durch israelische Kugeln schwer verletzt" worden war.

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Das israelische Militär erklärte indessen, es werde seine "jüngsten Anti-Terror-Aktivitäten" weiter vorantreiben. Israel hatte am vergangenen Wochenende den Großeinsatz gestartet, der sich vor allem auf die Gegend um Dschenin im Norden des besetzten Westjordanlands konzentriert. Israels Ministerpräsident Naftali Bennett hatte nach einer Serie von Anschlägen ein hartes Vorgehen gegen militante Palästinenser angekündigt.

Während des jüngsten israelischen Einsatzes griffen nach Angaben der Armee dutzende Palästinenser israelische Soldaten mit Sprengsätzen an. Die Armee habe darauf scharfe Munition gegen die Palästinenser eingesetzt.

Bei einem der beiden getöteten Jugendlichen handelte es sich nach örtlichen Angaben um einen Bruder von Aiham Kamamdschi, einem Mitglied des Islamischen Dschihad. Dieser war im September mit fünf anderen Gefangenen aus einem israelischen Hochsicherheitsgefängnis entkommen, dann aber wieder festgenommen worden.

Laut einer Hilfsorganisation für palästinensische Gefangene hat Israel seit Anfang April mehr als 200 Palästinenser festgenommen, davon etwa die Hälfte in den vergangenen sechs Tagen.

Die wachsenden Spannungen fallen in den muslimischen Fastenmonat Ramadan. Gleichzeitig bereiten sich die Juden auf das Pessachfest vor. Am Donnerstagabend kündigten die israelischen Behörden an, dass die Grenzübergänge zum besetzten Westjordanland und dem Gazastreifen ab Freitagnachmittag geschlossen werden. Die Schließung gilt zunächst nur für zwei Nächte, könnte aber bis zum Ende des achttägigen Festes verlängert werden.

Seit dem 22. März wurden vier Anschläge in Israel verübt, bei denen es 14 Todesopfer gab. Auf palästinensischer Seite gab es nach AFP-Informationen 21 Todesopfer.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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